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buch.de will 2002 aus roten Zahlen

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Der Internethändler buch.de will im kommenden Jahr erstmals seit seinem Börsengang 1999 "schwarze Zahlen" schreiben – bei einer Umsatzverdoppelung auf 25,8 Millionen Mark. Im Geschäftsjahr 2000 verdreifachte die buch.de internetstores AG zwar ihren Umsatz auf 13,6 Millionen Mark; für das operative Geschäft verzeichnete der Internet-Händler erneut einen Verlust von mehr als 12 Millionen Mark (Ergebnis vor Steuern und Zinsen/EBIT).

Vorstandssprecher Gerald Winter räumte eine "wenig erfreuliche Entwicklung an der Börse" ein: Der Kurs der Aktie sei "schwer abgestraft" worden und im vergangenen Jahr um 80 Prozent oder 6 Euro auf 2 Euro abgerutscht. Als Gründe nannte er eine zu spät in Angriff genommene Erweiterung des Sortiments und eine unverlangt abgegebene Umsatz-Erwartung im Mai für das Jahr 2000. Der damalige Vorstand hatte eine Steigerung des Umsatz von 4,5 auf sogar 18 Millionen Mark in Aussicht gestellt. Dies wurde im November auf einen Jahresumsatz zwischen 13 und 14 Millionen Mark korrigiert. Der zum Börsenstart im November 1999 noch amtierende Vorstand sei nun auch nicht mehr in seiner Funktion, betonte Winter.

Das Ergebnis vor Steuern von minus 12,7 Millionen Mark liegt nur knapp unter den Verlusten von 1999 mit 12,9 Millionen Mark. Auch für das laufende Geschäftsjahr werden Verluste erwartet, dieses Mal aber ein Drittel weniger mit 8 Millionen Mark. buch.de will mit seinen 45 Beschäftigten verstärkt auf Kooperationen setzen – vor allem mit der Universitätsbuchhandlung Phönix-Montanus, einer Tochter der Douglas Holding AG. Künftig sollen auch über eine Kooperation mit JustBooks antiquarische und vergriffene Bücher angeboten werden.

Zugleich hofft man bei buch.de auf eine weitere Aufstockung der Kundenzahlen: 1999 seien es 87.000 und im vergangenen Jahr schon 230.000 gewesen. Ende dieses Jahres sollen es dann 380.000 Kunden sein. Ihnen werden online neben Büchern auch Blumen, CDs, Videos und Geschenkartikel angeboten. Mitte des Jahres soll der Firmensitz nach Münster verlegt werden. (dpa) / (jk)