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bund.de: Test des Bundesverwaltungsportals beginnt

Bundesbürger sollen künftig in einem einzigen Portal jede Online-Leistung von Kommune, Land und Bund finden können. Nun beginnt der Betatest.

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bund.de: Test des Bundesverwaltungsportals beginnt

(Bild: BMI)

Mit dem Online-Zugangsgesetz von 2017 hatten sich Bund, Länder und Kommunen dazu verpflichtet, alle Verwaltungsleistungen zu digitalisieren. Mit dem Start der Beta-Version des Portalverbundes ist der wichtigste Schritt nun erfolgt. "Wir wollen, dass jede Online-Leistung von jedem Verwaltungsportal im Verbund mit jedem Nutzerkonto gefunden und genutzt werden kann", erklärte Ernst Bürger, Leiter der Unterabteilung "Verwaltungsmodernisierung" im Bundesinnenministerium auf der Pressevorstellung des Portals.

Mit der Plattform habe man eines der zentralen Projekte des IT-Planungsrates realisiert. Die Beta-Version ist ein Prototyp, mit dem zunächst die Nutzerfreundlichkeit getestet wird. Ende des ersten Quartals 2019 soll das einheitliche Nutzerkonto fertig sein und www.bund.de freigeschaltet werden. Bis dahin erhebt die Beta-Version keinen Anspruch auf Vollständigkeit der Dienstleistungen.

Wenn Bürger eine kommunale Dienstleistung wie einen Parkausweis, eine Leistung der Länder wie das Elterngeld oder eine Leistung einer Bundesbehörde wie Arbeitslosengeld I beantragen wollen, sollen sie über das Bundesverwaltungsportal fündig werden. Künftig loggen sie sich über das Nutzerkonto ein, suchen mit der Postleitzahl die Verwaltungsdienstleistung aus, bezahlen sie elektronisch und erhalten den entsprechenden Bescheid in seinem digitalen Postfach.

So soll es einmal funktionieren.

(Bild: BMI)

Das Bundesverwaltungsportal verzweigt je nach Dienstleistung zu den entsprechenden Angeboten, zum Beispiel bei der Beantragung eines Führungszeugnisses auf das Justizportal. Je nach Dienstleistung gibt es ein einfaches Login mit Nutzernamen und Passwort oder ein abgesichertes Verfahren mit der elektronischen ID-Funktion des Personalausweises in Verbund mit der AusweisApp 2 als höchstem Vertrauensniveau. Derzeit wird noch getestet, ob auch Softwarezertifikate wie zum Beispiel die Elster-Zertifikate genutzt werden können.

Wie Ernst Bürger ausführte, gibt es rund 575 Verwaltungsleistungen, die beim Vollausbau über das Portal erreichbar sein sollen. Das weitaus größte Angebot stellen die Verwaltungsleistungen der Länder mit 370 Angeboten, gefolgt von 115 Leistungen der Bundesbehörden und 90 kommunalen Angeboten. Für alle diese Leistungen soll eine aufrufbare Leistungsbeschreibung erklären, was an Dokumenten benötigt wird, wer zuständig ist und welche Gebühren anfallen.

Das Bundesverwaltungsportal ist dabei nicht nach der föderalen Struktur gegliedert, sonder nach "lebens- und geschäftslagenorientierten Themen" wie Geburt (Kindergeld, Elterngeld, Elternzeit) oder Mobilität und Reisen (Ausweispapiere, Führerscheine, KFZ-Zulassung, Parkausweis und Auswanderung). Aktuell sind die Leistungsbeschreibungen der Länder Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen und Thüringen sowie einiger nordrhein-westfälische Kommunen über das Beta-Portal erreichbar. Das Angebot wird fortlaufend erweitert. (Detlef Borchers) / (mho)

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