Menü

c't warnt: Daten-Schrott durch Klebeetiketten auf DVDs

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 271 Beiträge

Klebeetiketten verbiegen die Silberscheiben; das heißt, sie verwölben, sind also nicht mehr plan. Während CDs gemäß ihrer Spezifikation diese Verformungen in der Regel tolerieren, liegen die Verformungen von DVDs nach dem Bekleben deutlich jenseits der zulässigen Werte. Messungen des Computermagazins c't in der aktuellen Ausgabe 9/04 zu Folge können dadurch die Fehlerraten beim Auslesen selbstgebrannter DVD-Rohlinge auf ein Vielfaches der erlaubten Grenzwerte steigen.

Aber auch bei CDs ist das Aufbringen von Labels nicht gänzlich problemlos. In Umgebungen mit starken Temperaturveränderungen wie im Auto können sich die Labels lösen und so die Laufwerksmechanik empfindlich stören. Vor allem so genannte Slot-in-Laufwerke sind tückisch, weil die Scheiben möglicherweise einwandfrei eingezogen werden, der Player sie aber nach einigen Tagen im Fahrzeug unter Umständen nicht mehr auswirft. Wenn das Label nicht blasenfrei aufgebracht wurde, sollte man ferner keinesfalls den alten "Tapezierertrick" anwenden: Wer die Bläschen mit einer Stecknadel "entlüftet", beschädigt dabei fast immer auch die Datenträgerschicht, die bei CDs (anders als bei DVDs) nur durch eine dünne Lackschicht geschützt ist. "Auch für Langzeitarchivierungen von Daten sollte man auf Klebeetiketten besser verzichten", rät c't-Experte Hartmut Gieselmann.

Als Alternative zu den Klebeetiketten auf CDs und DVDs bietet sich nach wie vor der wasserfeste Filzstift an. Kugelschreiber sind aufgrund ihrer zerstörerischen Kratzwirkung nach wie vor tabu. Wenn es schick werden soll, kann man zu extra beschichteten Rohlingen greifen, die sich direkt mit einem speziellen Tintenstrahldrucker bedrucken lassen.

Einen Beitrag zu diesem Thema strahlt das c't magazin im hessen fernsehen am 17. April um 12.30 Uhr aus. Wiederholungstermine finden Sie unter www.ctmagazin.tv. (gr)