dmexco: Wie man Millionen Konversationen managt

"Was denken Sie über Bots?" – in Hintergrundgesprächen waren das Marketing und der E-Commerce mit Chatbots auf der Online-Werbemesse dmexco ein großes Thema.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 16 Beiträge
dmexco: Wie man Millionen Konversationen managed
Von
  • Jo Bager

In den nächsten fünf Jahren werden Chatbots in drei Bereichen eine "totale Disruption bewirken", und zwar beim Kundensupport, beim E-Commerce und beim "Marketing und Engagement" – da ist sich Max Koziolek vom Chatbot-Dienstleister Spectrm sicher. Beim Customer Support entfallen langwierige Warteschleifen; der Kunde erhält sofort Feedback. Ebenso werde der E-Commerce wesentlich vereinfacht: Statt umständlich in Shops einzuchecken und die passende Produkte zu suchen, führe man einfach eine Konversation.

Der dmexcoBot half per Dialog, interessante Panels zu finden, oder gab einen generellen Überblick.

Welche Veränderungen Bots beim Marketing und Engagement bewirken können, hat Koziolek an einem Beispiel demonstriert. Für die dmexco hat er mit seiner Firma den dmexco Bot entwickelt, der die Inhalte der dmexco-Website als Bot aufbereitet. Er bietet zum Beispiel eine Volltextsuche, kann aber auch einen vollständigen Überblick geben.

Dieser und viele andere recht einfache Bots zeigen aber auch, dass die Technik noch am Anfang steht. Das betonte auch Matt Crenshaw, der für Outbrain arbeitet, ein Unternehmen, das Empfehlungstechnik für Medien-Websites entwickelt ("Weitere News zum Thema ..."). So kann ein Chatbot auf Facebooks Messenger-Plattform derzeit nur wenige Items – etwa Produkte oder Artikel – in einem sehr eingeschränkten Format anbieten.

Facebook ist aber bereits dabei, seine Plattform aufzubohren. Und die Dienstleister, die an anderen Stellen der Werbevermarktungskette helfen, bereiten ihre Produkte auf die Bot-Revolution vor. Outbrain jedenfalls sei bereit, auf Facebooks und auf beliebigen anderen Bot-Plattformen Empfehlungen zu geben, so Crenshaw im Gespräch mit heise online. Und auch das CRM von Salesforce sei auf Bot-Verbindungen vorbereitet, sagte Stanton Sugarman, Senior Vice President des Unternehmens.

Letztlich ist es aber entscheidend, "einfache, natürliche Lösungen" anzubieten, die eine möglichst große Zahl von Menschen mitnimmt, so Carsten Rauh, Director Search Advertising bei Microsoft. Dabei, gibt Rauh zu bedenken, wird es aber nicht nur um Chatbots gehen, sondern auch um digitale Assistenten oder Suchmaschinen. Und nicht nur die geschriebene Sprache werde eine Rolle spielen, sondern auch gesprochene Sprache und nonverbale Kommunikation.

Der Titel des Panels, in dem Crenshaw und Koziolek ihre Sicht des Konversationskommerz darstellten, bringt es ganz gut auf den Punkt: "How to Manage a Million Conversations". (jo)