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eBay: Personalabbau nach Verlusten

2014 hat eBay wegen hoher Steuern einen kleinen Verlust erwirtschaftet. Nun werden 2.400 Stellen gestrichen. Auch Paypal ist betroffen. Diese Tochterfirma wird noch in diesem Jahr abgespalten.

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"tax" im Wörterbuch

(Bild:  Alan Cleaver, CC-BY 2.0)

Der eBay-Konzern wird noch in diesem Quartal 2.400 Arbeitsplätze abbauen. Das Finanzjahr 2014 schloss das Unternehmen mit einem kleinen Verlust von 41 Millionen US-Dollar ab. Grund dafür: eBay hatte im ersten Quartal neun im Ausland erwirtschaftete Milliarden in die USA geholt. Das mag der US-Gesetzgeber gar nicht, weshalb er dafür drei Milliarden Dollar Steuern vorschreibt. Die Geschäfte selbst laufen bei Paypal weiterhin blendend, bei eBay Enterprise gut und bei den Handelsplätzen mau.

"Wir erwarten eine weitere Abschwächung bei eBay, bevor es sich stabilisiert und wieder besser wird", warnte Konzernchef John Donahoe.

17,9 Milliarden Dollar hat eBay 2014 umgesetzt, zwölf Prozent mehr als 2013. Davon kamen 4,9 Milliarden im vierten Quartal herein (+9%). Das wurde Mittwochabend bekannt gegeben. Der Reingewinn im vierten Quartal ist um gut zehn Prozent auf 936 Millionen Dollar gestiegen. Für die drei Geschäftsbereiche wurden Umsatzzahlen veröffentlicht: Handelsplätze plus ein Prozent auf 2,332 Milliarden, Paypal plus 18 Prozent auf 2,163 Milliarden und Enterprise plus neun Prozent auf 443 Millionen Dollar.

eBays Handelsplätze sind im vierten Quartal 2014 also kaum gewachsen. Der erzwungene Passwortwechsel nach einem Einbruch in eBays Kundendatenbank war dabei nicht der einzige Mühlstein am Hals. "Der Passwort-Reset und die (Suchmaschinenänderungen) haben den Traffic stark beeinträchtigt", sagte eBay-Chef John Donahoe in einer Telefonkonferenz Mittwochabend. Und dann habe sich der Traffic im zweiten Halbjahr 2014 nicht so erholt, wie erwartet.

"eBays treue Kunden sind wieder da, nach der Zurücksetzung unserer Passwörter, aber die eher gelegentlichen Kunden sind im vierten Quartal nicht so schnell zurückgekommen, wie erwartet", erläuterte der Manager, "Und die Änderungen (bei den Suchmaschinen) haben eBays Präsenz in den (...) Suchergebnissen stark getroffen, was das Neukundenwachstum im zweiten Halbjahr beeinträchtigt hat."

Außerdem habe der stärkere US-Dollar dem Export aus den USA geschadet. Über die eBay-Handelsplätze wird mehr aus den USA exportiert, als in das Land importiert. Damit das Geschäft wieder anzieht, muss eBay investieren. Das soll aus einem Sparprogramm kommen: Personalabbau in allen drei Konzernbereichen.

Außerdem steht die Konzernstruktur vor einer radikalen Neuordnung. eBay, Inc., könnte bald wieder auf das ursprünglich Geschäftsfeld mit Online-Handelsplätzen zusammenschrumpfen. Dabei ist gerade dieser Bereich das Sorgenkind. Prominente Aktionäre haben durchgesetzt, dass Paypal im zweiten Halbjahr abgespalten wird.

Für eBay Enterprise sucht Donahoe eine neue Strategie. Zwar ist die 2011 als GSI Commerce zugekaufte Webshop-Firma profitabel und wächst. Das Geschäft hat mit dem restlichen Konzern aber wenig gemein. Es gibt also keine Synergien. Daher prüft eBay, ob eBay Enterprise als Ganzes verkauft oder als eigenes Unternehmen an die Börse gebracht werden soll. (ds)

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