Menü

eBay kann Zweifler auch mit Wachstum nicht überzeugen

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 89 Beiträge
Von

Der Online-Auktionsanbieter eBay konnte sein Wachstum im zweiten Quartal des Geschäftsjahres fortsetzen und das Nettoergebnis erneut deutlich steigern. Trotz ebenfalls leicht erhöhter Prognose für das Gesamtjahr reagierten die Wall Street leicht enttäuscht, der Aktienkurs gab nach der Bekanntgabe des Ergebnisses am späten Mittwochabend nach Börsenschluss um 7,5 Prozent nach. Die Finanzexperten blicken mit Sorge auf das Kerngeschäft des Unternehmens, von dem sie keine großen Sprünge mehr erwarten.

Doch immerhin verdiente der Konzern im zweiten Quartal 460 Millionen US-Dollar (0,35 US-Dollar pro Aktie) und damit 22 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Umsatz kletterte um 20 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar (1,4 Milliarden Euro) und lag damit leicht über der Prognose. Neben dem Kerngeschäft Online-Marktplätze hätten vor allem das elektronische Bezahlsystem PayPal und der Internet-Telefondienst Skype zum Wachstum beigetragen, teilte eBay in San Jose (US-Bundesstaat Kalifornien) mit.

Das Unternehmen erhöhte die Prognosen für das Gesamtjahr nochmals leicht und erwartet nun einen Gesamtgewinn von 1,72 bis 1,77 US-Dollar pro Anteilsschein bei Umsätzen von 8,8 bis 9,05 Milliarden US-Dollar. Mit den Prognosen liegt eBay leicht über den Erwartungen der Analysten. Dennoch warnte der seit März amtierende Konzernchef John Donahoe vor einem weiter "unsicheren wirtschaftlichen Klima". Die Analysten, denen das Ergebnis keine Freudenschreie entlocken konnte, werden es notiert haben.

Die Beobachter warten noch auf eine deutliche Belebung des Geschäfts durch die jüngst vorgenommenen Änderungen am Gebühren- und Bewertungssystem. Das trifft bei den Kunden allerdings nicht auf ungeteilte Zustimmung – vor allem bei kleinen Händlern und Privatanbietern. Sie wenden sich zunehmend auch anderen Online-Plattformen zu. Die Anzahl der neu bei eBay eingestellten Artikel wuchs im abgelaufenen Quartal um 19 Prozent auf fast 667 Millionen. Das Handelsvolumen der umgeschlagenen Waren stieg gleichzeitig um 8 Prozent auf 15,68 Milliarden US-Dollar, blieb damit aber hinter den Erwartungen einiger Analysten zurück.

Mehr als die Hälfte seiner Umsätze erzielte eBay im Ausland – besonders Deutschland ist ein sehr wichtiger Markt. Dabei profitierte eBay auch massiv von Wechselkursvorteilen durch den schwachen Dollar. In Frankreich hatte eBay zuletzt eine schwere Niederlage gegen den Luxuskonzern LMVH eingesteckt, bei der es um die Kontrolle von gehandelten Produktfälschungen ging. In einem ähnlichen Verfahren sah ein US-Gericht dagegen keine Verpflichtung des Auktionsanbieters, Angebote auf mögliche Produktfälschungen zu überprüfen.

Umsatz- und Gewinnentwicklung bei eBay
in US-Dollar
Quartal Umsatz Nettogewinn/Verlust
3/00 113,4 Mio. 19,1 Mio.
4/00 134 Mio. 23,9 Mio.
1/01 154,1 Mio. 30,6 Mio.
2/01 180,9 Mio. 24,6 Mio.
3/01 194 Mio. 34,9 Mio.
4/01 219,4 Mio. 25,9 Mio.
1/02 245 Mio. 47,6 Mio.
2/02 266 Mio. 54,3 Mio.
3/02 288,8 Mio. 61 Mio.
4/02 413,9 Mio. 87 Mio.
1/03 476,5 Mio. 104,02 Mio.
2/03 509,3 Mio. 91,8 Mio. (109,7 Mio.*)
3/03 530,9 Mio. 103,3 Mio.
4/03 648,4 Mio. 142,5 Mio.
1/04 756,2 Mio. 200,1 Mio.
2/04 773,4 Mio. 190,4 Mio.
3/04 805,87 Mio. 182,35 Mio.
4/04 935,78 Mio. 205,38 Mio.
1/05 1.031,73 Mio. 256,29 Mio.
2/05 1.086,30 Mio. 291,56 Mio.
3/05 1.106 Mio. 255 Mio.
4/05 1.329 Mio. 279,3 Mio.
1/06 1.390 Mio. 248,3 Mio.
2/06 1.411 Mio. 249,9 Mio.
3/06 1.449 Mio. 280,9 Mio.
4/06 1.719 Mio. 346,5 Mio.
1/07 1.768 Mio. 377,2 Mio.
2/07 1.834 Mio. 375,8 Mio.
3/07 1.889 Mio. -935,6 Mio. (564 Mio.**)
4/07 2.181 Mio. 531 Mio. (611 Mio.***)
1/08 2.192 Mio. 460 Mio.
2/08 2.195 Mio. 460 Mio.

* Vor der Korrektur wegen Belastungen durch die Verurteilung im Patentverfahren
** ohne Berücksichtigung von Abschreibungen und anderen einmaligen Belastungen
*** ohne Berücksichtigung von einmaligen Belastungen
(vbr)