eBay plant Prüfservice gegen Markenfälschungen

Markenpiraterie ist ein zunehmendes Problem im Onlinehandel. eBay will dem mit einem neuen Service begegnen, bei dem ein Prüfer ein Produkt auf Echtheit hin untersuchen soll, bevor es zum Kunden geht.

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Ebay-Auktion

(Bild: dpa, Inga Kjer/Illustration)

Von
  • Axel Kannenberg

Die Handelsplattform eBay hat einen neuen Prüfungsservice namens Authenticate angekündigt, der sicherstellen soll, dass es sich bei gekauften Produkte wirklich um Markenware und nicht um Imitate handelt. Die gebührenpflichtige Prüfung zielt laut Mitteilung vor allem auf hochpreisige Produkte und Luxusartikel.

Prinzipiell soll es aber allen Händler offenstehen, beim Einstellen des Artikels den Service zu buchen. Die Produkte sollen dann von einem professionellen Prüfer begutachtet werden – und nur wenn dieser das Produkt als authentisch verifiziert, soll es an den Kunden weitergeschickt werden. Die Gebühren dafür zahlt dann der Händler, ein Hinweis auf die Prüfung soll beim Angebot eingeblendet werden. Sollte der Händler Authenticate nicht von sich aus anbieten, könnten die Kunden selber den Dienst buchen – und müssten dann aber auch selber die Gebühren zahlen.

Sollte sich ein Produkt trotz Verifizierung im Nachhinein als Fälschung herausstellen, verspricht eBay Kunden die Erstattung des doppelten Kaufpreises. Über Gebühren und weitere Details wie die eingesetzten Prüfer machte eBay noch keine Angaben. Aktuell werde der Dienst noch getestet, im Laufe des Jahres solle er dann Schritt für Schritt eingeführt werden.

Experten sehen Fälschungen als immer mehr zunehmendes Problem für den Handel übers Internet. "Online-Handel ist die etablierte Vertriebsform krimineller Produkt- und Markenfälscher“, warnt Alexander Dröge vom deutschen Markenverband, einer Lobbyvereinigung zahlreicher Markenhersteller. So steige auch seit Jahren die Zahl der vom Zoll in Postsendungen abgefangenen Markenimitate.

Ebay versucht Fälschungen eigenen Angaben nach etwa mit automatisierter Erkennungssoftware beizukommen. Eine Verschärfung des Problems habe man in jüngster Zeit nicht bemerken können, sagte eine Sprecherin gegenüber Cnet. Für Markenhersteller gibt es ein Programm, über das sie den Verdacht auf Produktpiraterie melden können. (axk)