eBay trennt sich von Bezahltochter Paypal

Erst dementiert, nun doch beschlossen: 2015 wird sich Online-Handelsriese eBay von seiner Bezahltochter Paypal trennen. Paypal soll dann als alleinstehendes Unternehmen weiteragieren.

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Lange hat sich Ebay gegen den Druck von Investoren gesträubt, doch nun soll der Bezahldienst PayPal doch ausgegliedert werden. Im nächsten Jahr werden sich die Wege trennen, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Der bisherige Ebay-Chef John Donahoe wird seinen Posten aufgeben und in den Verwaltungsrat einziehen. Neuer Chef wird Devin Wenig, bislang Präsident von Ebay Marketplaces. Neuer Paypal-Chef soll dann der American-Express-Manager Dan Schulman werden. Die Aktie von Ebay stieg im vorbörslichen Handel in New York um bis zu elf Prozent.

Wird seinen Chefposten 2015 aufgeben: der derzeitige eBay-CEO John Donahoe.

(Bild: dpa, Michael Reynolds/Archiv)

Zwei alleinstehende Unternehmen zu schaffen, sei der beste Weg, die Wachstumsmöglichkeiten im Sinne der Aktionäre auszunutzen, heißt es in der Mitteilung. 2002 hatte eBay den Bezahldienst für 1,5 Milliarden US-Dollar übernommen. Paypal war zu dem Zeitpunkt die beliebteste Bezahlweise auf der Handelsplattform, zugleich machten die eBay-Transaktionen rund 60 Prozent der Zahlungen bei Paypal aus. Seinen eigenen Bezahldienst Billpoint ließ eBay in Folge auslaufen.

Inzwischen hat sich Paypal zu einem Dickschiff im Bezahlgeschäft entwickelt und zählt weltweit rund 230 Millionen Nutzerkonten. Im deutschen Onlinehandel ist Paypal laut Zahlen des EHI-Instituts mit rund 20 Prozent Marktanteil das zweitbeliebteste Zahlungsmittel nach dem Kauf auf Rechnung. Ebay verliert mit Paypal einen seiner größten Wachstumsmotoren, der bislang ein Garant für zweistellige Umsatz-Zuwächse ist.

So wuchs im zweiten Quartal der Umsatz der Bezahlsparte im Jahresvergleich um 20 Prozent. Das Geschäft mit der Online-Handelsplattformen verlor im Vergleich dazu etwas an Schwung, die Zeit zweistelliger Wachstumszahlen scheint hier vorbei zu sein. Den Marktplatz nutzten zuletzt 148,9 Millionen Menschen, PayPal 152,5 Millionen, auch beim Umsatz zog der Bezahldienst mit 1,74 Milliarden Dollar Quartalsumsatz knapp vorbei.

Hatte bereits Anfang des Jahres die Abspaltung gefordert: US-Investor Carl Icahn.

(Bild: dpa, Andrew Gombert/Archiv)

Der Gedanke einer Abspaltung ist nicht neu: US-Investor und eBay-Großaktionär Carl Icahn hatte bereits zu Jahresbeginn verlangt, PayPal in die Freiheit zu entlassen. Vor allem in den USA, wo Banküberweisungen kompliziert sind, ist der Dienst populär und wächst entsprechend schnell. Icahn war der Auffassung, dass die einzelnen Teile mehr wert seien als der Gesamtkonzern.

Die eBay-Führung dagegen sah zu dem Zeitpunkt in PayPal eine ideale Ergänzung für den Marktplatz und dementierte jegliche Trennungs-Absichten. Es entbrannte eine hitzige Debatte. Die beiden Seiten schlossen im April Frieden. Icahn zog seine Forderung zurück und durfte im Gegenzug einen Wunschkandidaten für den Verwaltungsrat benennen, das höchste Firmengremium. /

[Update, 30.09.2015, 15:15]

Details zu Aktienkurs und Nutzerzahlen wurden ergänzt. (mit Material der dpa) / (axk)