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eBays neue Richtlinien in der Kritik

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Das Auktionshaus eBay.com ändert zum 19. März die Nutzerrichtlinien. Die amerikanische Firma gibt sich dort vor allem selbst mehr Rechte, um zum Beispiel Nutzer ausschließen zu können oder auch die Regeln kurzfristig zu ändern.

Die Änderungen reflektieren nach Aussagen von eBay die Entwicklung der Website und seien zum Teil von den Usern selbst angeregt. Der Auktionsdienst prüft nach eigenen Angaben jährlich seine Richtlinien und passt diese neuen Erfordernissen an. Diesmal scheint es erforderlich, flexibel zu sein, denn: "Wir dürfen [die Regeln] jederzeit durch eine Mitteilung auf unserer Seite ändern."

Die Anonymität der Teilnehmer will eBay weiterhin außen vor lassen: "eBay kann und wird keine der angegebenen Identitäten verifizieren." eBay hält die Nutzer dazu an, das Feedback-System und die direkte Kommunikation zu verwenden, um den Vertragspartner abzuschätzen. "Aufrührer" sollen in Zukunft schneller rausfliegen:

"Without limiting other remedies, we may immediately remove your item listings, warn our community of your actions, issue a warning, temporarily suspend, indefinitely suspend or terminate your membership and refuse to provide our services to you if: (a) you breach this Agreement or the documents it incorporates by reference; (b) we are unable to verify or authenticate any information you provide to us; or (c) we believe that your actions may cause financial loss or legal liability for you, our users or us."

Die Passage "finanzieller Verlust" ist ein wenig vage gehalten. Bei großzügiger Auslegung könnte der Betreiber zukünftig sogar User wegen scharfer Kritik-Postings aus dem Dienst entfernen, befürchten Kritiker.

Verfechter einer geschützten Privatsphäre dürfte der folgende Auszug nicht gefallen:

"Additionally, eBay reserves the right (and you authorize eBay) to communicate any information about you (including, but not limited to your policy violations, ended items, and item status) to other users, law enforcement and VeRO members as we in our sole discretion determine necessary or appropriate to maintain a level of trust and safety in our community and to enforce our User Agreement, Privacy Policy and any posted policies or rules applicable to services you use through our site."

Wohl zur schnelleren Aufklärung von Betrugsfällen gedacht, nimmt sich die Firma hier die Freiheit, alle Nutzerinformationen nicht nur den Behörden, sondern auch Urheberrechtsinhabern und anderen eBay-Mitgliedern zu geben, wann immer sie es für nötig befindet.

In den USA wurde schon deutliche Kritik laut. "Die Privacy-Richtlinien waren schon vorher schlecht, aber sie haben es geschafft, sie noch schlimmer zu machen", meint Jason Catlett, Vorsitz von Junkbusters laut einem Bericht von CNet. Die neuen Regeln erlauben die Weitergabe von Kundeninformationen an so ziemlich jeden, begründet Catlett seine Kritik. Andere Kritiker befürchten, von weiteren Änderungen nichts mehr mitzubekommen, da diese theoretisch irgendwo, sogar in den Foren, veröffentlicht werden könnten. (cgl)

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