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eco-Verband stellt Regeln für akzeptables Krypto-Mining im Browser auf

Webseitenbesucher Kryptogeld schürfen lassen kann auch transparent und sauber erfolgen, sagt der Wirtschaftsverband eco und sieht großes Potenzial darin.

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Geld, Münzen, Währung, Kryptowährung, Bitcoin

(Bild: Steve Buissinne, gemeinfrei (Creative Commons CC0))

Die CPU von Webseitenbesuchern für Kryptogeld-Mining zu nutzen kann durchaus ein legitimes Geschäftsmodell sein, findet der Internetwirtschaftsverband eco. Wer seine Online-Inhalte statt durch Bannerwerbung eben über Schürfleistung monetarisiert, sollte aber klaren Regeln folgen. Einen Entwurf dazu hat der Verband vorgestellt.

Das Prinzip ist vor allem mit dem Anbieter Coinhive bekannt geworden: Betreiber einer Website können Javascript-Schnipsel einbinden, die Mining-Code von Coinhive aufrufen und so die CPU der Webseitenbesucher nach dem Kryptogeld Monero schürfen lassen. Coinhive agiert damit quasi wie ein Mining-Pool, der die verteilte Rechenleistung bündelt und eine satte Provision vom Mining-Erlös einstreicht. Nutzer können dabei vorab um ihr Einverständnis gebeten werden – oder eben auch nicht, wie es Kriminelle in zahlreichen Varianten mit untergeschobenem Mining-Code vorgemacht haben. Für letzteres hat sich die Bezeichnung Cryptojacking etabliert.

Und genau von diesem Cryptojacking sollten sich Seitenbetreiber durch Transparenz abgrenzen, sagt der Verband. Eine explizite und verständliche Einverständniserklärung mit Opt-in sei dafür nötig, heißt es in den Empfehlungen des eco. Zudem müsse der Nutzer den Mining-Prozess auch über ein einfaches Interface jederzeit abbrechen können.

Ferner rät der Verband, beim eingesetzten Code nicht von der Standardkonfiguration des Kryptomining-Anbieters abzuweichen. Es sollten keinerlei Nebenfunktionen wie Tracking enthalten sein, alles solle zudem jederzeit maschinenlesbar bleiben. Außerdem sollten die als Miner verwendeten Rechner nur maßvoll beansprucht werden, so dass die reguläre Nutzung nicht beeinträchtigt werde. Ideal sei, wenn die Nutzer die CPU-Last durch das Mining begrenzen könnten.

Beim eco sieht man große Möglichkeiten im sauberen Browser-Schürfen: "Allein für deutsche Newsseiten besteht ein bisher ungenutztes Ertrags-Potenzial durch Crypto-Mining in Millionenhöhe“, sagt der eco-Vorstand Norbert Pohlmann. "Gerade Unternehmen, die angesichts sinkender Werbeerlöse neue Monetarisierungsmöglichkeiten für guten Online-Content suchen, sollten Crypto-Mining jedoch als zusätzliche Option prüfen“, so der eco-Vorstand.

Fraglich ist, ob der Wirtschaftsverband mit seinem Vorstoß nicht gerade einen sehr ungünstigen Zeitpunkt erwischt hat. Denn mit Coinhive hat gerade erst der bekannteste Anbieter dieses Geschäftsmodells die Flinte ins Korn geworfen. Begründung: Das Mining über Websurfer sei im Moment einfach nicht wirtschaftlich, unter anderem weil der Kurs der geschürften Währung Monero zu stark gesunken sei. (axk)