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f8-Konferenz: Facebook wird zum Lebens-Log

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Ergänzend zu den Umwälzungen bei der Aufbereitung der Informationen, die aus der Profilseite eine Timeline machen, hat Facebook auf seiner Entwicklerkonferenz f8 auch technische und inhaltliche Neuheiten vorgestellt. Dafür kooperiert das Social Network mit Musikdiensten wie Spotify, Soundcloud und anderen. Ähnlich wie beim "Scrobbeln" von last.fm postet die Musik-App die gehörten Titel ins Profil; Freunde können sie anklicken und nach Installation der App selbst hören. Hiesige Facebook-Nutzer dürften bis auf Weiteres jedoch nichts davon haben, denn die Facebook-Partner übertragen ihre Musik-Streams nicht nach Deutschland.

Die neuen Open-Graph-Apps machen es noch leichter, andere am eigenen Leben teilhaben zu lassen.

(Bild: Facebook)

Das weitgehend automatisierte Posten von Aktivitäten ohne Klick auf Like- oder Share-Buttons hat Methode: Das voriges Jahr vorgestellte Open-Graph-Protokoll, das über den Like-Button Webinhalte mit Facebook-Profilen verknüpft, soll künftig deutlich mehr zu tun bekommen. Beispielsweise kann eine Nike-Anwendung im Mobilgerät die Jogging-Strecken mitloggen, während etwa der Rezeptdienst Foodily per Button weitergibt, welches Rezept der Facebook-Nutzer gerade kocht. Andere Dienste, mit denen Facebook kooperiert, sind der Videoverleih Netflix, Nachrichtenseiten wie Yahoo News oder das Wall Street Journal, der Spieleanbieter Zynga und viele andere.

Nach Angaben von Facebook ist die Integration des neuen Open Graph sehr einfach. Erste Open-Graph-Apps sind als Vorgeschmack bereits verfügbar, mit dem allgemeinen Launch will Facebook noch warten, bis alle Nutzer auf das Timeline-Layout umgestellt sind.

Facebook verbindet auf diese Weise den Benutzer mit Dingen aus der realen Welt über definierte Aktionen, welche einfach zu bedienende Apps bereitstellen. Der Dienst könnte so zu einem umfassenden Lebens-Log werden, wozu auch das neue Timeline-Design beiträgt. Erste Reaktionen waren dennoch nicht nur positiv. Dass es die neuen Apps dem Benutzer sehr einfach machen, private Details zu veröffentlichen (oder dies gleich automatisch tun), dürfte dem notorischen Misstrauen der Datenschützer gegenüber Facebook neue Nahrung geben – selbst in den in dieser Hinsicht viel liberaleren USA: Netflix darf dort seine neue App nicht anbieten, weil ein Video Privacy Protection Act die Veröffentlichung von Video-Abspiellisten untersagt. Allerdings kämpft der Dienst für die Abschaffung dieses Gesetzes. (heb)