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iOS und Android: FBI-Chef will "Vordereingang" in verschlüsselte Geräte

Die US-Sicherheitsbehörden wollen sich nicht damit abfinden, dass Mobilgeräte künftig standardmäßig verschlüsselt werden sollen. Der FBI-Chef hat das nun noch einmal scharf kritisiert und fordert einen "Vordereingang".

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iOS und Android: FBI-Chef will "Vordereingang" in verschlüsselte Geräte

Der FBI-Direktor James Comey hat mit deutlichen Worten vor den Verschlüsselungsplänen von Google und Apple gewarnt. Wenn Daten auf Smartphones standardmäßig verschlüsselt werden, könnten Mordfälle ungelöst bleiben, Verdächtige freikommen und Gerechtigkeit verhindert werden. Das erklärte Comey auf einer Veranstaltung der Brookings Institution in Washington D.C., fasst Cnet zusammen. Zwar dürfe mit einem Gerichtsbeschluss Kommunikation abgefangen und eingesehen werden, aber angesichts der Ausbreitung von Verschlüsselung sei es technisch nicht möglich, das auch umzusetzen.

FBI-Chef James Comey

Seit Apple und Google angekündigt haben, Daten auf iOS- und Android-Geräten künftig standardmäßig zu verschlüsseln, ebbt die Kritik durch US-Sicherheitsbehörden nicht ab. Zwar erkennt Comey an, dass die Ankündigungen als Folge der Snowden-Enthüllungen auf dem Markt nachgefragt wurden, trotzdem sei genau zu überlegen, bevor diesen Forderungen nachgegeben werde. Die Pläne hätten ernsthafte Konsequenzen für Strafverfolgungs- und Sicherheitsbehörden aller Ebenen. Wenn die keinen Zugriff hätten, würde das Kriminelle schützen. Der – weiterhin mögliche – Zugriff auf die Verbindungsdaten reiche nicht aus; vor allem, wenn die Zeit dränge.

Als Lösung für das Problem hat Comey vorgeschlagen, einen gesonderten Zugang für Sicherheitsbehörden einzubauen. Dieser Ansatz ist nicht neu – er erinnert an die Crypto Wars der 90er-Jahre – und wurde von Sicherheitsexperten immer wieder kritisiert, weil solch eine "Hintertür" auch von anderen genutzt werden könnte. Auf diesen Punkt ging Comey gar nicht ein, wie etwa Matt Blaze anmerkte. Stattdessen erklärte er, er wolle gar keine "Hintertür", sondern einen rechtmäßigen "Vordereingang". Geschwächte Verschlüsselung öffnet aber fremden Regierungen und Kriminellen die Tür, egal ob es nun "back door" oder "front door" genannt werde, kritisierte Christopher Soghoian von der American Civil Liberties Union. (mho)

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