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iPad-Konkurrenten: Samsung Galaxy Tab S4 und Tab A 10.5

Trotz Tablet-Unlust der Nutzer hat Samsung ein neues hochwertiges Produktiv-Tablet mit Eingabestift, Tastatur-Dock und Desktop-Modus vorgestellt.

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iPad-Konkurrenten: Samsung Galaxy Tab S4 und Tab A 10.5

Was Apple kann, kann Samsung schon lang: Die Koreaner haben mit dem Samsung Galaxy Tab S4 ein Tablet präsentiert, dass mit Tastatur-Hülle und Desktop-Modus den PC der meisten Nutzer ersetzen soll. Auch mit dem mitgelieferten Eingabestift S Pen kann das Tab S4 bedient werden. Er verstand sich bereits mit dem Vorgängermodell Tab S3 (ab 397,95 €) und der Smartphone-Serie Galaxy Note.

Allerdings liegt dem S4 eine neue Version bei: Ähnlich wie der Apple Pencil hat der neue S Pen komplett seine Kanten verloren und ist vollkommen rund. Sein Durchmesser liegt mit 9 Millimetern zwischen dem besonders dicken Apple-Gegenstück und dem S Pen des Tab S3. Seine Schreibspitze ist wie bei den Vorgängern mit rund 1 Millimeter besonders dünn und leicht gummiert.

Dadurch stellte sich im Kurztest ein vergleichsweise natürliches Schreibgefühl ein. Während sich der Stift von Apple eher zum Zeichnen eignet, kann man mit dem S Pen auch prima schreiben. Weiterhin erkennt das Tablet die Position des Stifts bereits dann, wenn seine Spitze etwa einen Zentimeter über dem Display schwebt. Im Browser ermöglicht diese Erkennung beispielsweise Mouse-over-Effekte. Auch der Knopf am Gehäuse des S Pen ist geblieben. Mit ihm ruft man Menüs auf oder aktiviert in der Notizen- und Zeichen-App kurzzeitig das Radiergummi-Werkzeug.

Alle Funktionen, die das Smartphone Galaxy Note 8 (ab 614 €) im Zusammenhang mit dem S Pen beherrscht, findet man nun auch im Galaxy Tab S4. So lassen sich beispielsweise Notizen auf dem im Stand-by befindlichen Bildschirm festhalten oder markierte Teile des Displays in andere Sprachen übersetzen.

Als weiteres Zubehör gibt es das "Galaxy Tab S4 Book Cover Keyboard" – eine Schutzhülle mit integrierter Tastatur. Außerdem dient es als Ständer für das Tablet. In Kontakt treten die beiden Geräte über die Pogo-Pins an der Seite des Tablets. Tastenabstand und -hub sind mit 17,25 Millimetern (von Mitte zu Mitte) beziehungsweise 1,5 Millimetern vergleichsweise großzügig gestaltet. Dadurch tippt es sich auf dem Keyboard ähnlich wie auf einem Laptop.

Platziert man das Tablet im Keyboard Cover, wechselt es automatisch in den DeX-Modus. Wie bereits beim Galaxy S9 handelt es sich dabei um eine Samsung-eigene Android-Bedienoberfläche, die auf die Bedienung mit Maus und Tastatur ausgelegt ist und an Desktop-Betriebssysteme wie Linux und Windows erinnert. Sowohl Startmenü als auch Taskleiste und Schreibtisch mit Programmverknüpfungen sind vorhanden. Es können mehrere Apps gleichzeitig laufen, deren Fenster sich in Größe und Position anpassen lassen.

Mittels eines Adapters kann man einen Bildschirm, Maus, Tastatur und Speichermedien an das Tablet anschließen. Neu ist, dass man dafür nicht mehr eine spezielle Docking-Station von Samsung benötigt, sondern auch entsprechende Adapter von anderen Herstellern verwenden kann. Ist ein Display angeschlossen, kann das Tablet parallel verwendet werden. Apps kann man nicht gleichzeitig auf externem und internen Display öffnen, sondern muss sich für ein "System" entscheiden. An Auflösungen unterstützt das Tab S4 HD+, FHD und WQHD (2560 × 1440).

Der DeX-Modus lässt sich auch aktivieren, wenn man keinen Bildschirm oder Tastatur angeschlossen hat, ergibt dann aber wenig Sinn. Eingabegeräte kann man auch via Bluetooth nutzen. Unter dem Namen "Galaxy Tab S4 Book Cover" ist eine Hülle ohne integrierte Tastatur erhältlich.

Samsung Galaxy Tab S4 & Galaxy Tab A 10.5 (9 Bilder)

Im Großen und Ganzen handelt es sich bei dem Galaxy Tab S4 um eins der am besten ausgestatteten Android-Tablets. Optisch gefällt vor allem das farb- und kontraststarke OLED-Display. Es misst 10,5 Zoll Diagonale und stellt 2560 × 1600 dar, was für scharfe Schrift und Fotos ausreicht.

Mit WLAN nach 802.11 a/b/g/n/ac, Bluetooth 5.0 und USB Typ-C 3.1 ist das Tablet mit den wichtigsten modernen Schnittstellen ausgestattet. Bluetooth 5.0 bietet beispielsweise den Vorteil, dass man zwei Kopfhörer gleichzeitig mit Ton bespielen kann. Der RAM ist 4 GByte groß, der Flash-Speicher 64 GByte. Wem letzteres nicht reicht, der kann mit einer MicroSD-Karte bis zu 512 GByte ergänzen.

Statt mit einem hauseigenen Exynos-Prozessor läuft das Tablet mit dem Snapdragon 835 von von Qualcomm. Laut Samsung könnten gerade nicht genug Exynos-SoCs hergestellt werden, um die eignen Tablets und Smartphones voll zu versorgen. Der noch schnellere Snapdragon 845 sei wiederum nicht eingesetzt worden, weil dadurch der Preis des Tablets weiter gestiegen wäre.

Der Akku fasst 7300 mAh und soll für 15 Stunden Videowiedergabe Strom liefern. Geladen wird mit Samsungs eigener Schnellladetechnik, die für eine Ladezeit von 3,5 Stunden sorgt.

Bedienelemente oder einen Fingerabdrucksensor findet man gar nicht mehr auf der Vorderseite. Die einzigen Knöpfe zum Einschalten und um die Lautstärke zu regeln, befinden sich sich an der Gehäuseflanke. Entsperren kann man das Gerät mit einer Gesichtserkennung oder per Irisscan oder einer Kombination aus beidem. Im ersten Test funktionierte das recht schnell, solange man das Gerät vertikal hielt. In horizontaler Lage verdeckt man die Kameras meist mit der Hand oder hat das Gesicht zu weit überm Display.

Der Display-Rand ist im Vergleich zum Vorgänger deutlich schmaler geworden, misst jetzt nur noch einen guten Zentimeter. Dadurch nimmt der Bildschirm 79 Prozent der Front ein. Die Gehäuserückseite besteht aus schickem Gorilla-Glas in Schwarz oder Weiß. Fingerabdrücke sieht man auf der dunklen Oberfläche besonders deutlich.

In der LTE-Variante (SM-T835) wird das Galaxy Tab S4 759 Euro kosten, in der Version ohne Mobilfunk (SM-T839) 699 Euro. Beide Modelle sind ab Mitte August erhältlich. Für das Book Cover Keyboard wird man 149 Euro zahlen müssen und für das Book Cover 69 Euro.

Zusammen mit dem neuen Tablet-Spitzenmodell Tab S4 hat Samsung das preiswertere Galaxy Tab A 10.5 vorgestellt. Sein LCD ist zwar ebenfalls 10,5 Zoll groß, hat aber nur eine Auflösung von 1920 × 1200. Außerdem kann es Kontraste und Farben nicht so gut darstellen wie OLED-Displays.

Auch beim Prozessor (Snapdragon 450), der Speicherausstattung (RAM: 3 GByte; Flash: 32 GByte) und der Konnektivität ( Bluetooth 4.3; USB-C 2.0) hat Samsung Abstriche gemacht. Genauso groß wie beim Tab S4 ist hingegen der Akku mit 7300 mAh.

Der S Pen und das Tastatur-Cover arbeiten nicht mit dem Tab A 10.5 zusammen. Einen DeX-Modus unterstützt das Gerät auch nicht. Dafür ist es fast halb so teuer wie der größere Bruder und wird für 329 Euro ohne und für 389 Euro mit LTE in den Läden stehen.

Auf beiden Geräten läuft Android in der Version 8.0. (hcz)

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