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iPhone-Kunden müssen zahlen, obwohl T-Mobile nicht liefern kann [2. Update]

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T-Mobile verschickt SIM-Karten an iPhone-3G-Neukunden, ohne das zu dem Vertrag gehörige iPhone liefern zu können. Da die SIM-Karte bereits aktiviert ist, läuft der Vertrag – obwohl der Kunde noch kein iPhone hat. Die Kunden sollen also für eine Leistung zahlen, die sie gar nicht in Anspruch nehmen können.

T-Mobiles Hotline-Mitarbeiter antworten auf Nachfrage gerne, man könne die SIM-Karte ja in ein anderes Handy stecken. Folgt man diesem Rat, wird es jedoch teuer: In den Fußnoten seiner Tarifübersicht weist T-Mobile explizit darauf hin, dass die in den Complete-Tarifen enthaltenen Datenvolumen und Gesprächsminuten nur bei Verwendung der SIM-Karte in einem von T-Mobile verkauften iPhone gelten.

Ein Unternehmenssprecher betonte gegenüber heise online, dass man sich den betroffenen Kunden gegenüber kulant in Form von Gesprächsguthaben zeigen werde, sodass ihnen keine Nachteile durch das Warten auf das iPhone entstehen würden. Auskünfte im Einzelfall könne der Kundenservice erteilen.

Es bleibt weiterhin die Frage offen, warum T-Mobile trotzdem Leistungen in Rechnung stellt, die man nicht nutzen kann. Die Kulanz scheint immerhin zu funktionieren: Ein Leser war der T-Mobile-Hotline gegenüber hartnäckig; ihm wurde eine Gutschrift über einen halben Monat Grundgebühr zugesagt. Jetzt wartet er, ob innerhalb der 14 Tage ein iPhone bei ihm ankommt, denn offenbar ist das Mobiltelefon komplett ausverkauft.

[Update]:
Ein Sprecher von T-Mobile ergänzte, dass die Aussagen der Hotline-Mitarbeiter korrekt seien: Jeder iPhone-Käufer mit Complete-Tarif dürfe seine SIM-Karte zumindest auch in anderen Handies oder Mobilfunk-Modems nutzen und die im jeweiligen Tarif enthaltenen Gesprächsminuten, SMS und Datenvolumina mit diesen Geräten ausschöpfen. Zum 1. Juli seien auch die Complete-Verträge von Kunden, die das erste iPhone gekauft haben, auf die neuen Bedingungen umgestellt worden. Der Abschluß eines Complete-Tarifs ist aber weiterhin an den Kauf eines iPhones gebunden.

Obwohl die Änderungen seit 1. Juli gelten, hat T-Mobile die betreffenden Passagen immer noch nicht geändert. Da nur diese rechtsverbindlich sind, kann man sich im Zweifelsfall auf die Beteuerungen des Pressesprechers nicht berufen. Und wer kein Alternativgerät sein eigen nennt, um die SIM-Karte einzusetzen, ist auf jeden Fall auf eine kulante Regelung von T-Mobile angewiesen.

[2. Update]:
T-Mobile will betroffenen Kunden je nach abgeschlossenem iPhone-Vertrag automatisch eine einmalige Gutschrift von 30 Euro (Complete S), 40 Euro (Complete M), 50 Euro (Complete L) beziehungsweise 60 Euro (Complete XL) zukommen lassen, die sowohl auf zusätzliche Gesprächsminuten, SMS und Datendienste als auch auf Roaming-Gebühren bei Reisen ins Ausland angerechnet werden. Die Gutschrift gilt für die gesamte Vertragslaufzeit und verfällt nicht. (mue)

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