iPod-Streit: Apple wirft RealNetworks "Hacker-Taktik" vor

Apple will untersuchen, ob RealNetworks mit der Entwicklung der Harmony-Technik zur Übersetzung zwischen verschiedenen digitalen Rechteverwaltungen, die auch das Fairplay-DRM von Apples iPod unterstützt, gegen den DMCA verstieß.

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Von
  • Jürgen Kuri

Es konnte wohl nicht ausbleiben: Apple zeigt sich wenig begeistert von der RealNetworks-Technik Harmony. Apple kündigte in einer nun erfolgten Stellungnahme an, die Technik, die RealNetworks als Übersetzungssystem für Digital Rights Management bezeichnet, genauer zu untersuchen. Apple will dabei die Implikationen der Aktionen von RealNetworks unter Berücksichtigung des US-Copyright-Gesetzes Digital Millennium Copyright Act (DMCA) und anderer Gesetze überprüfen.

Mit Harmony will RealNetworks für seinen Online-Musikshop und seinen RealPlayer eine Technik zur Verfügung stellen, die im Internet gekaufte Musik automatisch auf das DRM-System des portablen Players anpasst, den der Kunde des Online-Musikshops nutzt. RealNetworks verspricht, mit Harmony auch Apples DRM-System Fairplay zu unterstützen -- und dies, obwohl Apple bislang an keine andere Firma die Technik zur Rechteverwaltung lizenziert hat, die der iPod-Hersteller für die im iTunes Music Store gekauften Songs verwendet. RealNetworks betonte, man habe Fairplay mittels Reverse Engineering nachgebaut. Dies sei juristisch völlig in Ordnung, meint das Management von RealNetworks.

Das sieht Apple nun erwartungsgemäß ganz anders. Man sei erstaunt, dass RealNetworks die Taktiken von Hackern angewandt und deren Ethik übernommen habe, um in den iPod einzubrechen. Neben den juristischen Warnungen, die Apple schon einmal an RealNetworks richtet, weist der Macintosh- und iPod-Hersteller die Firma und ihre Kunden darauf hin, dass man die iPod-Software von Zeit zu Zeit aktualisiere. Und dann sei es sehr wahrscheinlich, dass Reals Harmony-Technik mit aktuellen und künftigen iPod-Geräten nicht mehr funktioniere, kündigte Apple bereits implizit Gegenmaßnahmen an.

Bislang reklamiert Apple rund 70 Prozent Marktanteil bei den kommerziellen Musikdiensten für seinen Online-Musikshop. Mit dem iPod, der durch das hauseigene DRM-System eng mit dem iTunes Music Store verzahnt ist, macht Apple zudem glänzende Geschäfte. Diese würden durch das Aufbrechen der engen Verbindung zwischen iPod und iTunes möglicherweise empfindlich gestört -- so hat Apple dann auch bislang lediglich Kooperationen mit Motorola für ein Handy-iTunes und mit Hewlett-Packard für iPod-kompatible Geräte angekündigt. (jk)