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iRights.info liefert Urheberrechtsmaterial für Schulen

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Das 2005 mit staatlichen Fördergeldern gestartete Urheberrechtsportal iRights.info will die Aufklärung über die Rolle von Immaterialgüterrechten an Schulen verbessern. Macher der Seite haben daher ein eigenes Kapitel zum Thema "Urheberrecht und neue Medien" für das neue Medienkunde-Material der Wochenzeitung Die Zeit beigetragen. Der dahinter stehende Verlag gibt die Informationssammlung im Rahmen seines Schulangebots an Lehrer kostenlos ab. Der spezielle Medien- und Urheberrechtsteil (PDF-Datei) steht zudem jetzt auch auf der Website von iRights.info zum Download bereit.

Gerade an Schulen, deren Pausenhöfe laut Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) mit der Anfang 2008 in Kraft tretenden zweiten Stufe der Urheberrechtsnovelle vor einer "Kriminalisierung" verschont bleiben sollen, spielen Fragen des geistigen Eigentums eine immer wichtigere Rolle. Schüler brennen CDs, nutzen Tauschbörsen, erstellen eigene Websites und Schülerzeitungen. Sie schreiben Arbeiten, für die sie wissen sollten, was ein Plagiat ist und wie man richtig zitiert. Derlei Aspekte erläutert das Urheberrechtsmaterial in vier Abschnitten. Es behandelt dabei allgemeine Aspekte etwa über die Rolle des Urheberrechts für Kreative, Verwerter und die Allgemeinheit genauso wie etwa die Frage nach dem legalen Bezug von Inhalten für die eigene Homepage oder das Weblog.

Der generelle Ansatz von iRights.info, vor allem auch die verbliebenen Nutzerrechte zu betonen, spiegelt sich in den Schulunterlagen wider. Ein besonderes Augenmerk sei darauf gelegt worden, die "geltende Rechtslage unabhängig und ausgewogen darzustellen", erklärt Matthias Spielkamp, Redakteur bei iRights.info und Autor des Urheberrechtsabschnitts. Die großen Werbekampagnen der Film- und Musikindustrie würden dagegen "oft genug den Eindruck erwecken, dass alles, was ihnen nicht gefällt, auch nicht erlaubt ist". In einer solchen Situation sei es besonders wichtig, Lehrer und Schüler neutral darüber zu informieren, was verboten ­ aber eben auch, was legal möglich ist. Letzteres sei "oft genug mehr, als viele glauben".

Die Zukunft Kino Marketing GmbH (ZKM) erregte vor drei Jahren mit der umstrittenen Kampagne "Raubkopierer sind Verbrecher" die Gemüter und fügte ihr später als zweites Standbein die Initiative "Respe©t Copyright" hinzu. Bei dieser Aktion der Filmwirtschaft geht es auch darum, Bausteine mit Aufklärungsmaterial für den Schulunterricht kostenlos zur Verfügung zu stellen. Auch Verbände der Musikindustrie sind mit diversen Kampagnen für die stärkere Achtung von Urheberrechten an Schulen aufklärerisch unterwegs. "Der Respekt vor kreativen Leistungen ist ein hohes Gut, und Kreative müssen ihren Lebensunterhalt verdienen können", betont Spielkamp. Aber diese nötige Hochachtung "wird durch Klagekampagnen und tendenziöse Darstellungen nicht gestärkt, sondern eher geschwächt." Er hofft nun, das möglichst viele Lehrer das Medienkunde-Material nutzen. (Stefan Krempl) / (pmz)

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