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init – der Wochenausblick: Las Vegas, Berlin, Detroit. Und ein bisschen Washington.

Die CES in Las Vegas wird diese Woche dominieren. In Berlin gibt es eine wichtige Diskussion zur geplanten ePrivacy-Verordnung. In Detroit beginnt am Wochenende eine große Automesse. In Washington dominiert dagegen ein Buch die Diskussion.

init – der Wochenausblick: Las Vegas, Berlin, Detroit. Und ein bisschen Washington.

(Bild: CES/CTA, Little, Brown Book Group, NAIAS / Bearbeitung & Komposition heise online)

Die zweite Januarwoche beginnt und die Kinder müssen zurück in die Schule. Fast überall. Nur die Hessen hängen noch eine Woche dran und drum heißt es in den Alpen: "Erbarmen – zu spät – die Hesse komme." Und weil noch nicht wieder alle am Band sind, gibt es hierzulande noch recht wenig Events. Dafür lässt es Amerika richtig krachen. Am Dienstag beginnt in Las Vegas die CES 2018. Consumer Electronics Show, das hieß früher mal vor allem Fernseher. Dann PCs, und dann auf einmal Automobile, die mittlerweile ebenfalls als Gadget daher rollen.

Bevor es am Dienstag richtig losgeht, muss am Montag Intel CEO Brian Krzanich in die Keynote-Bütt. Und der hat sich das sicher ohne Fragen zu CPU-Sicherheits-GAUs und Insidergeschäften vorgestellt. Das Thema wird Intel noch lange beschäftigen, denn jetzt drohen bereits die erste Sammelklagen, das schärfste Schwert im US-Verbraucherschutzrecht. Die Kunden wird das Thema ebenfalls lange begleiten. Der Microsoft-Patchday am Dienstag verspricht nun auch für Rechner, die nicht unter Windows 10 laufen, eine erste Abhilfe.

Während die FCC an den finalen Dokumenten feilt, die der unter Präsident Obama festgeschriebenen Netzneutralität den Garaus machen sollen, hat der Vorsitzende Ajit Pai seine Teilnahme an der CES abgesagt, dem Vernehmen nach wegen Todesdrohungen gegen ihn und seine Familie. Es wird ihm einige Diskussionen vor einem Publikum ersparen, das die FCC-Pläne scharf verurteilt.

Die CES bleibt eine Männerdomäne. Frauen findet man vor allem als leichtbekleidete Booth Babes. Dem Ausrichter ist es nicht gelungen, für die Keynote-Veranstaltungen Frauen aus Führungspositionen der Industrie zu verpflichten, was nicht zuletzt daran liegt, dass in dieser Branche nicht so viele Top-Positionen von Frauen besetzt werden. Anders als viele andere Konferenzen hat die CES immer noch keinen Verhaltenskodex. Dieses Jahr aber wird nicht in Las Vegas bleiben, was in Las Vegas passiert.

Letztes Jahr dominierte Alexa die Ankündigungen der CES. Mittlerweile spricht die Assistentin aus Hunderten von Lautsprechern. Diese Welle wird sich in Las Vegas sicher fortsetzen. Google ist dieses Jahr mit einem großen Auftritt dabei und versucht mit "Hey Google" dagegen zu halten. Dabei wird es nicht nur um Google Home gehen, von dem Google seit der Vorstellung jede Sekunde ein Gerät verkauft haben will. Das klingt viel, verblasst aber vor der Marktdurchdringung der Amazon Echos oder den mehr als 160 iPhones, die Apple pro Sekunde an den Kunden bringt. Um zu Alexa aufzuschließen wird Google wie bei Android jede Menge Hardware-Partner brauchen, die den Assistant zum Kunden bringen. Am Montag um 23 Uhr deutscher Zeit stellt Samsung seine Produkte vor und dort wird wohl eher der zweitklassige Bixby antreten. Die Koreaner möchten bei diesem Spiel gerne dabei sein, sind aber wie Apple auf sich selbst gestellt.

Am Mittwoch widmet sich die Stiftung Datenschutz an ihrem DatenTag in Berlin der ePrivacy-Verordnung, genau ein Jahr nach ihrer Vorstellung. Ursprünglich war geplant, dass die neuen Regeln zum Schutz der Privatsphäre in der elektronischen Kommunikation zeitgleich mit der DSGVO in Kraft treten würden. Das hat sich als Wunschvorstellung entpuppt, da die rechtspolitische Diskussion wieder voll entbrannt ist. Die Verordnung setzt stark auf Einwilligungen. Dabei sind die Menschen durch die pflichtgemäßen Cookie-Banner mittlerweile so konditioniert, dass sie jegliche Anfrage zum Einverständnis einfach nur noch wegklicken, ohne eine informierte Entscheidung zu treffen. In diesem Spannungsfeld kann man viele interessante Vorträge erwarten.

Am Freitag gibt es wie jede Woche was auf die Ohren. Und das kommt diese Woche vornehmlich aus E-Gitarren. Joe Satriani bringt sein 16. Studioalbum "What Happens Next" heraus. Es wurde von Mike Fraser produziert unter Mitwirkung von Chad Smith (Red Hot Chili Peppers, Drums) und Glenn Hughes (Deep Purple, Bass). Beinahe die Hälfte des Albums ist bereits vorveröffentlicht, darunter der Titelsong What Happens Next, sowie die Tracks Cherry Blossoms, Thunder High On The Mountain, Energy und Headrush.

Umphrey’s McGee beginnt das neue Jahr mit ihrem 11. Studioalbum "Not Us" und zelebriert das 20-jährige Jubiläum mit einer langen Tour, die am Donnerstag in Pittsburgh beginnt und am Freitag und Samstag in Cincinnati weitergeht. Nächste Woche ist die Band dann in New York. Zwei Titel aus dem Album kann man bereits anspielen: The Silent Type und Half Delayed. Umphrey’s McGee spielt in den Live-Konzerten nicht nur eigene Stücke, sondern covert auch andere Bands gekonnt, etwa Pink Floyd mit Comfortably Numb oder Shine On You Crazy Diamond.

Wer seine Gitarren gerne etwas schmutziger hört, wird im Album "Wrong Creatures" von Black Rebel Motorcycle Club fündig. Das Stücke Echo ist ungewöhnlich melodisch. Bei Little Things Gone Wild geht es dagegen richtig zur Sache. Wer gerne Van Morrison oder Joe Cocker hört, der sollte sich "Encore" von Anderson East nicht entgehen lassen. NPR bietet das vollständige Album in der Reihe "First Listen" bereits vor Veröffentlichung als Stream an.

Zum zweiten Mal informiert die Karrieremesse Stuzubi für Studenten und Young Professionals in München am Freitag Studenten und Hochschulabsolventen über aktuelle Stellenangebote, Traineeprogramme und Praktika sowie Masterstudiengänge. Der Eintritt ist frei. Am Samstag gibt es am gleichen Ort eine Veranstaltung für Schüler.

Am Samstag beginnt dann in Detroit die North American International Auto Show. Man darf den Veranstaltern nur wünschen, dass bis dahin die Kältewelle im Osten der USA abebbt. Der Bundesstaat Michigan ist auch so bereits bekannt für die Unmengen von Schnee, die sich jeden Winter dort auftürmen. Unter den Automanagern werden ohnehin schon Pinnchen gezogen. Wer muss nach Detroit und wer darf zur CES nach Las Vegas, wo zukunftsweisende Fahrzeuge mittlerweile einen großen Auftritt haben.

In Washington geht in der kommenden Woche das Hauen und Stechen weiter, das Michael Wolff mit seinem Buch "Fire and Fury" ausgelöst hat. Dabei hat Wolff nur das festgestellt, was ohnehin schon jeder wusste: Der Kaiser hat keine neuen Kleider an. Sein Affront besteht vor allem darin, dass er ungeniert aus Hintergrundgesprächen (off the records) zitiert. Auch wenn sich Wolff an manchen Stellen viele künstlerischen Freiheiten zu nehmen scheint, stimmt doch die ganze Linie genau mit dem überein, was die Welt über den so gar nicht präsidialen 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten und seinen Hofstaat denkt. (Volker Weber) / (vowe)

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