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init – der Wochenausblick: Zwischen San José und Berlin

Ein neues Windows 10, Collision 2018 in New Orleans, Xponential in Denver, spannende Quartalszahlen von Apple und Tesla, die Facebook-Entwicklerkonferenz – in Amerika tut sich diese Woche eine Menge. Deutschland hat die re:publica.

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init – der Wochenausblick

Der Montag ist für viele Arbeitnehmer ein Brückentag zwischen dem Wochenende und dem ersten Maifeiertag. In Kalifornien hat bereits am Vortag der MusicMedia Summit Santa Barbara begonnen, der bis Dienstag dauern wird. Der Event dient vor allem der Anbahnung neuer Geschäfte im Musikbusiness. Als Keynoter sind eingeladen: Daniel Glass, Gründer und CEO von Glassnote Entertainment, Ethiopia Habtemariam, Präsidentin von Motown Records, Rob Glaser, Gründer und Chef von RealNetworks, Steve Boom, Vice President von Amazon Music und Troy Carter, Global Head of Creative Services bei Spotify. Da fehlt eigentlich nur noch jemand von Apple, aber die sprechen nicht.

Am Montag erscheint auch die nächste Version von Windows 10. Die Versionsnummer 1803 steht eigentlich für März '18, trägt jedoch den Namen "April 2018 Update". Während sich das "Fall Creators Update" noch um Mixed Reality kümmerte, soll das neue Update vor allem die persönliche Produktivität verbessern. Eine Timeline-Funktion zeigt Aktivitäten in chronologischer Reihenfolge bis zu 30 Tage rückwirkend an. So lassen sich vor Tagen oder Wochen geöffnete Webseiten, Anwendungen oder Dokumente im zuletzt genutzten Zustand ohne längere Suche wieder aufrufen. Focus Assist blendet ablenkende Benachrichtigungen von E-Mails, Anrufen oder Social Media aus. Der Edge-Browser erhält neue Funktionen, die von anderen Browsern längst bekannt sind, etwa die Stummschaltung von Browser-Tabs oder das Ausfüllen von Webformularen mit Zahlungsinformationen. Edge wird von Microsoft zudem als Bookreader für PDF und ePub ausgebaut, nun auch im Vollbildmodus. Die neue Diktierfunktion wird über die Tastenkombination "Win+H" in beliebigen Textfeldern gestartet.

In New Orleans startet am Montag die viertägige Collision 2018, eine der am schnellsten wachsenden Technologiekonferenzen. 25.000 Teilnehmer, davon mehr als 3750 CEOs meldet der Veranstalter. Unter den mehr als 400 Sprechern finden sich Al Gore, Microsoft-Präsident Brad Smith, John Chambers, Ex-Cisco und zahlreiche Gründer, etwa von Tinder, Imgur oder Twitch.

Auf der ebenfalls viertägigen Xponential Messe in Denver geht es vor allem um die kommerzielle und militärische Nutzung von Drohnen. Unter den 8500 Teilnehmern finden sich Unternehmen wie DJI, aber auch Hersteller wie Lockheed Martin, Northrop Grumman und Anwenderunternehmen wie UPS.

Die Nacht zum Dienstag ist auch als Walpurgisnacht bekannt. Der Name leitet sich von der heiligen Walburga ab, deren Gedenktag bis ins Mittelalter am Tag ihrer Heiligsprechung am 1. Mai gefeiert wurde. Vollmond, Tanz in den Mai, an diesem Montag kommen viele Ereignisse zusammen.

Tag der Arbeit

Die DGB-Kundgebungen an diesem Dienstag stehen unter dem Motto "Solidarität, Vielfalt und Gerechtigkeit". In seinem Aufruf zum 1. Mai ruft der Gewerkschaftsbund zu mehr Mut in der Sozial- und Arbeitnehmerpolitik auf. Die Hauptkundgebung mit DGB-Chef Hoffmann findet in diesem Jahr in Nürnberg statt. Insgesamt finden nach Gewerkschaftsangaben bundesweit knapp 500 Veranstaltungen statt. Der 1. Mai ist auch als "Tag der Arbeit" bekannt und hat seinen Ursprung in einer Streikkundgebung am Haymarket Square in Chicago im Jahr 1886, die zu Krawallen mit Toten führte. 1889 rief ein Internationaler Arbeiterkongress in Paris dazu auf, jährlich einen "Kampftag der Arbeiterklasse" zu feiern. Am 1. Mai 1890 gab es erstmals in Deutschland Massendemonstrationen. In den USA hat sich der Labor Day am ersten Montag im September als öffentlicher Feiertag etabliert.

init - der Wochenausblick

Seit mehr als 25 Jahren schreibt Volker Weber (vowe) für c't, iX und heise online. Jeden Montag initialisiert er die vor uns liegende IT-Woche mit einem ganz persönlichen Überblick über die wichtigsten Termine, liefert Einschätzungen und auch so manche spitze Randbemerkung.

Am 1. Mai 1960 wurde über der Sowjetunion ein U2-Spionageflugzeug abgeschossen. Insgesamt 14 Boden-Luft-Raketen wurden auf die U2 von Francis Gary Powers abgeschossen. Eine davon traf einen MiG-19 Abfangjäger, der die Flughöhe der U2 nicht erreichen konnte. Powers konnte die U2 nicht mehr zerstören. Das Flugzeug mit seinen Spionagekameras fiel den Russen in die Hände, Powers geriet in Gefangenschaft. Beinahe zwei Jahre später wurde Powers auf der Glienicker Brücke ausgetauscht. Der Film "Bridge of Spies" mit Tom Hanks dramatisiert die Verhandlungen, die zu diesem Austausch führten.

Am 1. Mai 1994 starb der Brasilianer Ayrton Senna beim Großen Preis von San Marino in Imola, als sein Williams FW16 mit über 300 Stundenkilometer in der Tamburello-Kurve von der Strecke abkam und in eine Betonmauer krachte. Tags zuvor starb der österreichische Formel-1-Fahrer Roland Ratzenberger an der exakt gleichen Stelle. Senna gilt als der beste Rennfahrer seiner Generation und war für seinen äußerst aggressiven Fahrstil bekannt.

Apple, Facebook und Tesla

Am Dienstag berichtet Apple nach Börsenschluss die Geschäftszahlen des zweiten Quartals. Mit Spannung werden vor allem die iPhone-Absatzzahlen erwartet. Besonders im Fokus von Wall Street ist das iPhone X, für das Samsung exklusiv die AMOLED-Bildschirme herstellt. Die Analysten erwarten, dass Apple im zweiten Quartal insgesamt 53 Millionen iPhones verkauft hat, nachdem zum Jahresende 2017 noch 62 Millionen erwartet wurden. Dieser Rückgang ist beim aktuellen Aktienkurs bereits eingepreist. Der Abschwächung der iPhone-Nachfrage stehen allerdings Zugewinne durch höhere Durchschnittspreise sowie Zugewinne im Service-Bereich, etwa bei Apple Music, gegenüber.

Sehr spannend dürfte auch die Facebook-Entwicklerkonferenz F8 am Dienstag und Mittwoch in San José werden. Traditionell ist es eine eher optimistische Veranstaltung für Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Die Quartalszahlen waren zwar glänzend, aber die Beziehungen zu den Entwicklern sind seit dem Cambridge Analytica-Skandal äußerst angespannt. Zuckerberg muss nicht nur die Anwender bei der Stange halten, sondern auch die Entwickler überzeugen.

Am Mittwoch nach Börsenschluss muss sich auch Elon Musk erklären. Die Zukunft von Tesla hängt vor allem davon ab, dass die Produktion des Model 3 drastisch hochgefahren ist. Bislang liegt Tesla stets weit hinter Musks Versprechungen. In einer geleakten E-Mail schrieb Musk letzte Woche der Belegschaft, Tesla wolle die Produktion im Mai auf 3000 bis 4000 Fahrzeuge die Woche erhöhen. Als Ziel zum Jahresende strebt Tesla an, regelmäßig 6000 Model 3 jede Woche zu produzieren.

re:publica

Von Mittwoch bis Freitag dauern die re:publica sowie die parallel verlaufende Media Convention Berlin (MCB). Die Veranstalter haben aus über 1000 Einreichungen ein Programm mit über 400 Vorträgen, Paneldiskussionen und Aktionstreffen zusammengestellt. Wie immer wird Sascha Lobo das Internet erklären. Dieses Jahr wird die Veranstaltung erstmalig mit einem digitalen Volksfest am Samstag im Park am Gleisdreieck abgerundet. Motto: Gratis, draußen, für alle.

Am Donnerstag veranstalten heise events, c't und iX mit dem Eco-Verband in Hamburg die Blockchain Masters. Tags darauf folgt ein Workshop mit Prof. Dr. Roman Beck von der IT University of Copenhagen, in dem man eine erste eigene Ethereum DApp zu entwickeln lernt.

Der Hot Topic des CAST e.V. in Darmstadt befasst sich am Donnerstag mit Quantentechnologie und Quantencomputer-resistenter Sicherheit. Bereits 1994 hatte Peter Shor gezeigt, dass die im Einsatz befindlichen Public Key Verfahren mittels Quantencomputer-Angriffen gebrochen werden können. Dies hat weitreichende Konsequenzen, da ohne einen adäquaten Ersatz die Sicherheit im Internet (TLS-Protokoll), wie beispielsweise bei der Authentifikation mittels Signaturen oder bei Finanztransaktionen, nicht mehr gegeben ist. Infolge dieser großen Bedrohung hat die Forschung von Quantencomputer-resistenten Kryptoverfahren sehr stark zugenommen. Dabei werden verschiedene Ansätze erforscht, um das gewünschte Sicherheitsniveau auch in Gegenwart mächtiger Quantencomputer weiterhin zu gewährleisten. Diese Ansätze basieren auf mathematischen Problemen, die auch von Quantencomputern nicht effizient gelöst werden können.

In Berlin beginnt am Donnerstag die dreitägige Superbooth 18, eine Messe für elektronische Musik. Der Film "7 Tage in Entebbe" mit Rosamund Pike und Daniel Brühl startet in den deutschen Kinos. Er thematisiert die Entführung einer französischen Linienmaschine, der Air France 139 von Tel Aviv nach Paris am 27. Juni 1976. Palästinensische und deutsche Terroristen erzwangen eine Landung in Entebbe in Uganda, das damals vom Dikator Idi Amin regiert wurde. Eine Woche später befreiten israelische Elitesoldaten in nur 90 Minuten 102 der verbliebenen überwiegend israelischen Geiseln. Zwanzig ugandische Soldaten, drei Geiseln sowie der israelische Einsatzleiter starben bei der Befreiung.

Zum Wochenende

Der erste Freitag im Mai ist No Pants Day. Wer an diesem Spaß teilnehmen will, lässt an diesem Tag die Hose zu Hause, verhält sich aber ansonsten so, als ob nichts Besonderes wäre. Auch wenn kein Towel Day ist, sollte man jedoch stets ein großes Handtuch dabei haben. Nicht zu verwechseln ist der No Pants Day mit dem No Pants Subway Ride im Januar.

Bei uns gibt es am Freitag wieder das #TGIQF. Letzte Woche fragten wir einfach "Was war diese Woche los?", jetzt also letzte Woche. Probieren Sie es aus! Wie jeden Freitag gibt es jede Menge neue Mukke, etwa "Knock Knock" von Dj Koze, "Good Thing" von Leon Bridges, "Other Arrangements" von Parker Millsap oder "World's Strongest Man" von Gaz Coombes.

In Frankfurt ist am Samstag Nacht der Museen. In Tier eröffnet zum 200. Geburtstag von Karl Marx eine Ausstellung. Heise Online widmet Marx am Sonntag ein Missing Link. (vowe)

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