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new.net forciert unautorisierte Top-Level-Domains

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Die Firma new.net verkauft unautorisierte Domainnamen mit Endungen wie .kids oder .travel. Dazu hat das Internet-Startup-Unternehmen jetzt Vereinbarungen mit fünf Softwareherstellern getroffen, um die unautorisierten Top-Level-Domains zu promoten. Darunter sind die Hersteller der Download-Software GoZilla und der File-Sharing-Produkte iMesh und BearShare sowie die Cydoor Technologies, die ihren Produkten künftig ein entsprechendes Browser-Plugin beilegen sollen, das bei der Installation der jeweiligen Software optional eingeklinkt werden könne.

Für die Nutzung der neuen, unautorisierten Domain-Namen ist entweder das Browser-Plugin vonnöten oder ein Internet-Provider, der diese Domain-Namen freigeschaltet hat. Ohne Plugin bzw. einen kooperierenden Provider bekommt der Internet-Surfer bei der Eingabe der unautorisierten Domain-Namen lediglich eine Fehlermeldung zu sehen.

Nach Aussagen von new.net sind derzeit bereits über 16 Millionen Internet-Nutzer über kooperierende Provider wie EarthLink in der Lage, auf die neuen Domains zuzugreifen – durch die neuen Verträge steige dieses Potenzial um weitere 20 Millionen Nutzer an. Um die rund 20 neuen Domain-Klassen erreichbar zu machen, hat new.net eine Reihe unabhängiger Root-Server und Master-Directories installiert. Das Plugin bzw. die Rechner der kooperierenden ISPs stellen ihre Anfragen dann alternativ nicht mehr an die ICANN-, sondern an die new.net-Server, um die unautorisierten Seiten ausfindig zu machen.

Der Vorstoß von new.net ist der bisher aggressivste Versuch, die ICANN ("Internet Corporation for Assigned Names and Numbers"), also die von der US-Regierung für die Vergabe von Internet-Adressen bestimmte Organisation herauszufordern. Allerdings mehrt sich der Unmut gegen das zögerliche Verhalten der ICANN bei der Vergabe neuer Top-Level-Domains in letzter Zeit erheblich.

Die ICANN-Verantwortlichen haben bisher die Aktivitäten von new.net weitgehend ignoriert, mit der Begründung, der Einflussbereich der Organisation beschränke sich auf das von der Regierung sanktionierte Namenssystem, das auch von der Mehrheit der weltweiten Internet-Nutzer wahrgenommen werde. Gleichzeitig wies die Organisation darauf hin, dass zurzeit Vereinbarungen über zusätzliche Domain-Endungen getroffen würden, die zum Jahresende sieben neue Domain-Namensklassen nutzbar mache: .info für Information, .biz für Business, .name für Privatpersonen, .pro für "professionals", .museum für Museen, .coop für Geschäfts-Kooperativen und .aero für die Luftfahrtindustrie. (klp) / (wst)