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Österreich beginnt mit der Auslieferung der e-card

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In Österreich hat am heutigen Montag die landesweite Auslieferung der e-card begonnen, die das Pendant zur deutschen elektronischen Gesundheitskarte bildet. Täglich sollen 70.000 Karten ausgeliefert werden, damit der Rollout der insgesamt 8 Millionen e-cards noch in diesem Jahr abgeschlossen werden kann. Die Auslieferung erfolgt jeweils in den Regionen, in denen die 70 Installations-Teams unterwegs sind. Ihre Aufgabe ist es, wöchentlich 500 Arztpraxen an das Gesundheits-Informations-Netz (GIN) anzuschließen. Die ersten verkarteten Bezirke werden Bruck an der Leitha, Wien-Simmering, Salzburg-Stadt und Dornbirn sein. Lieferant der Karten ist die deutsche Firma Giesecke & Devrient.

Wie die deutsche ist auch die österreichische Karte mit einem Mikroprozessor ausgestattet, damit Anwendungen wie das elektronische Rezept und die Speicherung der Notfalldaten eingerichtet werden können. Zur Auslieferung enthält die Karte jedoch keine Anwendungen, sondern nur die reinen Patientendaten, wie sie die deutsche Krankenkassenkarte seit Jahren bereithält. Im Unterschied zur deutschen Karte kommt die e-card mit der Fähigkeit, die digitalen Signaturen der Karte auch außerhalb der Arztpraxis zu nutzen. Die so genannten Verwaltungssignaturen sollen ab Sommer für das Online-Banking, für Steuererklärungen und andere digitale Behördengänge eingesetzt werden können.

Die neuen e-cards kosten 10 Euro, die von den österreichischen Arbeitgebern einbehalten werden. Diese waren bisher dafür zuständig, den Papier-Krankenschein auszuhändigen, der für jeden Arztbesuch einzeln angefordert werden musste. Für die Praxis-Ausstattung mit VPN-Boxen (den so genannten GINA-Boxen, die den deutschen Sina-Boxen entsprechen), DSL-Anschluss und Chipkartenreader kommt die österreichische Sozialversicherung auf, die Ärzte müssen nur die laufenden Kosten für den Betrieb zahlen. Über diese Kosten hatte sich vor Monaten eine Auseinandersetzung entwickelt, weil Ärztevertreter die Kosten als überhöht bezeichnet hatten. Sie kritisierten dabei die Monopolstellung der beiden Netzanbieter, unter denen die Ärzte wählen konnten. Mittlerweile ist ein dritter Anbieter mit von der Partie, damit sich marktgerechte Preise entwickeln können.

Zur elektronischen Gesundheitskarte und der Reform des Gesundheitswesens siehe auch:

(Detlef Borchers) / (jk)