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Österreichischer Internet-Provider Inode hat große Pläne

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Der österreichische Internet-Provider Inode ließ heute in Wien mit großen Plänen aufhorchen. Der Breitband-Anbieter will nicht nur der größte Entbündeler des Landes werden, sondern auch alle vier Wählämter (Ortsvermittlungsstellen) Liechtensteins sowie jene der vier größten Städte Tschechiens (Prag, Brünn, Ostrau, Pilsen) mit eigener Infrastruktur erschließen. Und auch für Bestandskunden wird das Angebot erweitert: Nach der Einführung von VoIP im vergangenen Jahr sollen Videotelefonie sowie Fernsehen über xDSL hinzukommen.

2003 verdoppelte Inode fast den Umsatz auf 22 Millionen Euro nach 11,5 Millionen im Vorjahr. Für das laufende Geschäftsjahr peilt das Unternehmen rund 36 Millionen Euro Umsatz an. Der Nettogewinn fiel jedoch von 1,4 Millionen auf etwa 600.000 Euro. "Wir haben 2003 an 80 Wählämtern gearbeitet, an 70 davon hat die Telekom Austria Verzögerungen verursacht. An einem sogar 228 Werktage. Diese Baustellen kosten und bringen nichts ein", begründete Geschäftsführer Michael Gredenberg den Rückgang, "Aber die Patschertheit (Tolpatschigkeit, Anm. d. Red.) der Telekom hält uns nicht auf." 2004 sollen weitere 50 Lokationen hinzukommen, womit Inode mit 140 erschlossenen Wählämtern den bisher führenden Konkurrenten UTA klar überholen würde. Bei einer Entbündelung wird die von der Vermittlungsstelle zum Endkunden führende Leitung von der Telekom übernommen und direkt mit dem alternativen Netz verbunden. Der Ausbauplan des in privater Hand befindlichen Unternehmens kann online bis auf einzelne Straßen genau eingesehen werden.

Seit August haben sich mehr als 1500 Kunden für einen VoIP-Telefonanschluss des Providers entschieden. Sofern rechtzeitig Endgeräte eintreffen, will Inode den geplanten Videotelefonie-Dienst schon auf der Exponet Mitte Februar vorstellen. Installation und Inbetriebnahme des TVoIP dürfte bis zum vierten Quartal dauern. Dann sollen Inode-Kunden rund 50 Fernsehkanäle über ihre xDSL-Leitung empfangen können. Der Provider wird dabei neben den Live-Streams die jeweils letzten 24 Stunden zum Abruf mittels Set-Top-Box bereit halten. In der Folge ist auch eine Art digitaler Online-Videorecorder geplant, mit dem Kunden beliebige Sendungen auf den Inode-Servern speichern können. Die Tarife für TVoIP werden unter anderem davon abhängen, wie teuer der notwendige Ausbau des Inode-Netzes wird. (Daniel AJ Sokolov) / (anw)

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