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openSUSE-Projekt will eigene Foundation und erwägt Namens- und Logo-Änderung

Das openSUSE-Projekt plant die Gründung einer Stiftung, um sich vom Unternehmen SUSE zu lösen. Die Community diskutiert auch die Änderung von Name und Logo.

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Das offizielle Logo (links) bekommt Konkurrenz (rechts; Auswahl).

(Bild: openSUSE / GitHub (Collage))

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Bereits seit einigen Monaten berät die openSUSE-Comunity darüber, wie man eine stärkere Abgrenzung des Open-Source-Projekts zum Linux- und Open-Source-Unternehmen SUSE erreichen könnte.

Die aktuelle Situation, in der die Community und die SUSE LINUX GmbH auf Basis von Absprachen zusammenarbeiten, bedingt eine starke finanzielle Abhängigkeit von der SUSE. Denn openSUSE ist weder in der Lage, Spenden Dritter auf direktem Wege anzunehmen, noch, andere Projekte finanziell zu unterstützen. Benötigt das openSUSE-Projekt Dienste von Drittanbietern, so kann es mit ihnen keine eigenen Verträge abschließen.

Die Überlegung, das openSUSE-Projekt in eine eigene Organisation auszugliedern, wurde unter anderem im Rahmen zweier Board-Meetings am 2. und 16. April und auf der openSUSE Conference diskutiert. Dabei wurde deutlich, dass bei den Erwägungen auch die Übernahme von SUSE durch den Finanzinvestor EQT eine Rolle spielt.

So mutmaßte etwa Board-Member Simon Lee, dass ein Weiterverkauf SUSEs in der Zukunft angesichts von EQTs Geschäftsmodell recht wahrscheinlich sei. Ob künftige Käufer das Open-Source-Projekt ebenso wertschätzen würden, sei ungewiss. Darum mache es Sinn, Veränderungen jetzt zu diskutieren, wo die Beziehung zwischen openSUSE und SUSE gut sei.

Auf der openSUSE Conference diskutierte der Vorstand ausführlich über die Loslösung von SUSE.

Derzeit favorisiert das openSUSE-Projekt eine Foundation (Stiftung). Diese Organisationsform sei international anerkannt und sorge mit seinen vorgegebenen Strukturen für die langfristige Sicherung und Weiterentwicklung des Projekts. Auf der openSUSE-Mailingliste diskutieren die Mitglieder derzeit die Form und Abläufe in einer möglichen Foundation. Eine endgültige Entscheidung ist aber noch nicht gefallen.

SUSE unterstützt die Gründung einer eigenen Organisation und möchte das Projekt auch weiterhin aktiv fördern.

Einem Teil der Community geht die Unabhängigkeit, die durch Gründung einer Foundation erlangt würde, allerdings noch nicht weit genug – denn die SUSE LINUX GmbH würde anschließend die Markenrechte am Projektnamen openSUSE und am Logo behalten.

Richard Brown, Suse-Mitarbeiter und Chairman des openSUSE-Boards, rief zur Teilnahme an der Namens-Diskussion auf.

(Bild: Twitter )

Es gibt aber noch mehr Kritik an der aktuellen Namensgebung und am Logo. Beispielsweise sorge die Schreibweise des Namens openSUSE durch die wechselnde Groß- und Kleinschreibung immer wieder für Verwirrung. Das aktuelle Logo lasse sich nicht gut skalieren und steche auf hellen Hintergründen nicht ausreichend hervor. Zudem könne die Tatsache, dass es auf einer älteren Version des SUSE-Logos basiert, zu Verwechslungen führen.

Aus diesen Gründen diskutiert die Community neben der Änderung des Projektnamens auch die Überarbeitung des Logos. Die meisten Kommentierenden lehnen bislang eine Änderung des Projektnamens strikt ab, da dieser bereits gut etabliert und bekannt sei. Andere Vorschläge reichen von Anspielungen auf den alten in einem neuen Namen (etwa "openChameleon") bis hin zum kompletten Streichen des Begriffs openSUSE, um künftig nur noch die Namen der beiden angebotenen Varianten Leap und Tumbleweed zu verwenden.

Bei GitHub stehen derweil erste Entwürfe für ein neues Logo zur Diskussion. (ovw)