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re:publica: Wahrheitsfindung im Wahlkampf mit @ZDFcheck

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Fakten, Fakten, Fakten – und bloß keine Falschaussage: Auf der Konferenz re:publica in Berlin haben ZDF-Redakteure für den aufkommenden Wahlkampf den ZDFcheck vorgestellt, der demnächst im Internet (www.zdfcheck.de, @zdfcheck) im Sinne des Crowdsourcing prüfen soll, ob Politiker lügen, nur die halbe Wahrheit sagen oder eine ehrliche Haut sind. Mit dabei: Wikimedia Deutschland als Organsiation, die die unter Creative Commons veröffentlichten, verifizierten Fakten und Infografiken verwenden will.

Wie ZDF-Redakteurin Sonja Schünemann vorführte, soll der für den Wahlkampf geplante ZDFcheck mehr sein als die Einbeziehung des "Second Screen" in das Fernsehen. Detailliert soll geprüft werden, was welcher Politiker wo in welchem Zusammenhang gesagt hat. Ein rotgrünes Barometer zeigt schließlich das Gesamtergebnis an zwischen rot (stimmt nicht) oder grün (stimmt).

Auf der re:publica stellt sich das Team hinter @ZDFcheck vor.

(Bild: heise online/Detlef Borchers)

Grundsätzlich sollen Aufnahmen aus allen möglichen Sendesparten vom TV-Publikum, den Wikipedianern oder der Internet-Community geprüft werden, wobei das ZDF die redaktionelle Endkontrolle ausübt und auch die Aussagen vorgibt, die mit dem Faktencheck des Netzes geprüft werden sollen. "Wir hoffen, dass uns der Sprung von Online ins Fernsehen gelingt", erklärte Schünemann, die großen Beifall für die Creative Commons-Lizenz des neuen Formates erhielt.

Grundsätzlich will man Trolle und das Astroturfing der Mitarbeiter ausschließen. Es solle um Recherche gehen, nicht um Kommentare zur neuesten Mode von Claudia Roth. Die Zusammenarbeit wurde von Wikimedia-Kulturmanagerin Barbara Fischer ausdrücklich begrüsst, obwohl in der Community ein heftiger Streit tobt, nachdem die Zusammenarbeit im Wikipedia-Kurier öffentlich gemacht wurde.

Das crossmediale Experiment wird auf der Seite des ZDF von jungen Leuten getragen, die bei der Vorstellung des Formates eine gehörige Portion Optimismus gegenüber prüfbaren Fakten zeigten – hart an der Grenze zur Naivität. "Wenn jemand was im Bundestag gesagt hat, dann hat er das gesagt", sagte Schünemann. So mancher dürfte sich an den denkwürdigen Auftritt des Bundestagsabgeordneten Hans-Peter Uhl zum Staatstrojaner erinnert haben, der im später veröffentlichten offiziellen Protokoll ganz anders klingt. (vbr)

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