Überraschender Napster-Start in Großbritannien

"Im Laufe des Sommers" solle der Musikdienst Napster 2.0 in Großbritannien starten, hieß es ursprünglich. Am heutigen Donnerstag wurde die Site überraschend freigeschaltet.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 110 Beiträge
Von
  • Gerald Himmelein

Napster.co.uk is open for business. Nachdem der Anbieter Roxio sich lange bedeckt gehalten hatte, wann genau der Online-Dienst in Europa startet, öffnet der britische Napster-Ableger heute seine Pforten. Anfang des Monats hieß es noch, dass der Dienst im Laufe des Sommers starten solle. Inhaber Roxio hatte damals einen Vertrag mit der britischen Elektronikkette Dixon abgeschlossen, wonach der Händler künftig PCs mit vorinstallierten Napster-Clients und Musik-Abos anbieten soll.

Seit Donnerstag vormittag zeigt Napster.co.uk kein vertröstendes "Coming Soon" mehr, sondern eine konkrete FAQ. In den Antworten verspricht der Dienst den Zugriff auf 500.000 Titeln -- also ein durchaus zum US-Pendant vergleichbares Angebot. Die Preise sind allerdings gesalzen: Einzelne Tracks kosten 1,62 Euro pro Titel (1,10 Pfund). Vielnutzer können für 14,77 Euro (10 britische Pfund) ein Monatsabo abschließen; für die Übertragungsmöglichkeit auf mobile Geräte oder das Brennen auf CD zahlt der Anwender extra.

Mit der ursprünglichen Musiktauschbörse hat Napster 2.0 nur noch Namen und Maskottchen gemein. Der neue Client ist eine Windows-Anwendung, die ein Shop-Interface und einen Media Player für gekaufte Musikstücke anbietet. Als Format kommt das kopiergesperrte Windows Media Audio (WMA) von Microsoft zum Einsatz. Die Download-Seite von Napster.co.uk führt auf einen Download-Link für den 11 MByte großen Napster-Client 2.5.1.4, der auch auf Rechnern ohne Brenner kompromisslos die "Roxio Burn Engine" zum Schreiben der Tracks auf CD installiert.

Deutsche müssen leider draußen bleiben: Erst beim Programmstart verweigert Napster die Anmeldung mit einer Fehlermeldung: "Invalid Country Code". Originellerweise behauptet die Software darin, der Dienst sei derzeit nur innerhalb der USA verfügbar. Dies wirkt besonders ärgerlich, nachdem heute auch www.napster.de zahlungswillige Musikfans auf die internationale Download-Seite führt -- die Adresse leitet deutsche Surfer einfach auf die Insel um.

Auf Anfrage bestätigte Roxio Deutschland, dass Napster.co.uk aus rechtlichen Gründen noch keine deutschen Kunden entgegen nimmt. Offenbar sind die Vertragsverhandlungen mit den Platten-Labels hierzulande noch nicht abgeschlossen. Wann Napster Deutschland startet, will Roxio noch nicht verraten. Für deutsche Kunden gilt also weiterhin: "Coming Soon", irgendwann. (ghi)