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webOS: LG kauft das Smartphone-System von HP

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Es war der große Wurf, der Palm wieder an die Spitze der PDA- und Smartphone-Liga bringen sollte: webOS, das Smartphone- und Tablet-System, das bei seiner Vorstellung sehr gelobt wurde. Für Palm aber kam es zu spät: Im Frühjahr 2010 wurde der PDA-Pionier von Hewlett-Packard übernommen. Nun verkauft HP alle Besitztümer rund um webOS an den südkoreanischen Konzern LG; in einer offiziellen Mitteilung bestätigen beide Unternehmen erste Gerüchte, die bereits am Montag die Runde machten. LG möchte webOS aber keineswegs für Smartphones und Tablets einsetzen, sondern als System für seine Smart-TVs mit Internet-Zugang nutzen.

Hewlett-Packard hatte anfangs, nach der Palm-Übernahme, noch recht vollmundig formuliert: "Palms innovatives Betriebssystem ist die ideale Plattform, um HPs mobile Strategie auszuweiten." Davon war aber bald nicht mehr die Rede; mit dem abrupten Strategiewechsel bei HP unter Léo Apotheker kam auch das aus für webOS beziehungsweise die bereits vorgestellten Smartphones und Tablets mit webOS. Zwar korrigierte Meg Whitman, die nach dem Rausschmiss von Apotheker die Führung bei HP übernahm, einige Entscheidungen – für webOS brachte dies aber keine neue Hoffnung. Zuletzt veröffentliche HP die Version 1.0 der Open-Source-Variante von webOS.

LG übernimmt nun den Source-Code, die zugehörige Dokumentation, die an webOS arbeitetenden Entwickler und Techniker sowie alle webOS-Websites. Außerdem erhält LG Lizenzen für alle webOS betreffenden Patente, einschließlich der von HP bei der Übernahme von Palm eingekauften Patente. HP behält alle Bereiche, die Palms Cloud-Computing-Techniken betreffen und leistet weiterhin den Support für bestehende Palm-Kunden. LG übernimmt die Führung bei den Open-Source-Projekten, dem System Open WebOS und dem Javascript-Application-Framework Enyo.

Mit der Übernahme entstehe ein neuer Weg für LG, eine intuitive Bedienschnittstelle und Internet-Dienste auf einer ganzen Reihe von Unterhaltungselektronik-Geräten anzubieten, erklärte Skott Ahn, Cheftechniker von LG. Der südkoreanische Konzern legt dabei den Schwerpunkt offensichtlich vor allem auf Smart-TVs. Was LG für webOS bezahlen muss, darüber ließen die beiden Firmen nichts verlauten; man gehe aber davon aus, dass die Transaktion keine Auswirkungen auf die Bilanzen von LG und HP haben werde. (jk)

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