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wilhelm.tel will "Multimediastadt Norderstedt" realisieren

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Der Norderstedter Stadtwerke-Chef Volker Hallwachs versucht sich derzeit als Werbetexter: "Unser Hit – zwei Megabit" reimt er. Überzeugen muss er allerdings niemanden mehr, denn die drei größten Wohnungsunternehmen Norderstedts haben mit dem Kommunikationsunternehmen wilhelm.tel, dem "Sohn" der Norderstedter Stadtwerke, erste Rahmenverträge abgeschlossen und damit die Grundlage für die Multimediaversorgung von zunächst rund 12.000 Wohnungen im gesamten Gebiet der fünftgrößten Stadt Schleswig-Holsteins gelegt.

Die Wohnungsunternehmen Plambeck, die Baugenossenschaft Adlerhorst und die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) Schleswig-Holstein haben sich bereit erklärt, in einem ersten Schritt 5000 Wohnungen an das Glasfasernetz des städtischen Kommunikationsunternehmens wilhelm.tel anzuschließen. Joachim Wege, Direktor des Verbandes Norddeutscher Wohnungsunternehmen, bezeichnet diese Kooperation zwischen Netzanbieter einerseits und Wohnungsunternehmen andererseits als einen "Meilenstein".

Nachdem seit Anfang des Monats bereits 60 Haushalte als erste Testkunden das kombinierte Kabelfernseh-, Telefon- und Kommunikationsnetz nutzen können, soll die Zahl der Nutzer in den nächsten Monaten drastisch steigen, sollten die ehrgeizigen Pläne von der "Multimediastadt Norderstedt" jetzt Wirklichkeit werden. Den Hochgeschwindigkeits-Multimediaanschluss will Hallwachs für eine monatliche Pauschale (Flatrate) von 50 Mark anbieten, den Pilotkunden wird ein halbes Jahr lang die Grundgebühr entlassen.

Kostenlose Telefonate innerhalb des wilhelm.tel-Netzes sollen die letzten Zweifel ködern, falls ihnen die anderen gebotenen Leistungen noch nicht ausreichen. Und die sind stattlich: 36 Fernseh- und 42 Radioprogramme, ein schneller Internetzugang sowie 500 über eine Set-Top-Box direkt vom wilhelm.tel-Server abrufbare und regelmäßig aktualisierte kostenlose "Video-on-demand"-Programme: "Nur für die 'Blockbuster', also für aktuelle Filme, werden wir – wie in der Videothek – eine Gebühr verlangen", sagt Hallwachs. "Als weiteres Bonbon werden wir in Kürze unsere Sicherheitsdienste der Öffentlichkeit präsentieren: Notrufe, Feuermeldungen oder auch zum Beispiel Kameraüberwachung aus dem Kinderzimmer zum Nachbarn und noch vieles mehr wird über wilhelm.tel möglich werden."

Einen Anschlusszwang wird es für die Mieter der drei Wohnunternehmen nicht geben. Dennoch glaubt Hallwachs, dass sich kaum jemand dem attraktiven Angebot entziehen wird: "Innerhalb der nächsten 14 Tage wollen wir bereits die ersten Anschlüsse in Betrieb nehmen." Die Kosten der Verkabelung sollen übrigens nicht auf die Mieter umgelegt werden, versichern die Wohnungsunternehmen übereinstimmend – und das, obwohl sie zwei Drittel dieser Kosten selber tragen. Das restliche Drittel zahlt wilhelm.tel aus eigener Tasche. (Bernado Peters, dpa) (wst)