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.xxx: Keine Rotlicht-Domain im Internet

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Lange hat es gedauert, bis sich die Internetverwalter der ICANN zu einer Entscheidung durchringen konnten: Nun beschloss der Vorstand der ICANN, dass es keine .xxx-Domain geben wird. Die Domain, die als spezielle Domain für Erotik- und Pornografieseiten im Internet gedacht war, sollte es einfacher machen, Kinder von solchen Sites auszuschließen – aber natürlich auch das Auffinden der Seiten für Interessierte einfacher machen.

Die .xxx-Registry ICM hatte sich etwa verpflichtet, bestimmte Regeln für die Domain aufzustellen und effektive Mittel zu ergreifen, unter anderem Kinderpornografie auszuschließen. Tools sollten bei der Überwachung helfen, ob sich die Erotik-Anbieter an die Spielregeln halten, also ihre Seiten für Filtersysteme ausweisen. Für die Kennzeichnung sollte auf das System der Internet Content Rating Association (ICRA) zurückgegriffen werden. Reporting-Werkzeuge waren zudem für Rückmeldungen von Nutzern zu möglichen Verstößen vorgesehen.

Die .xxx-Domain war aber schon von Anfang an umstritten, ein erster Anlauf zu einem Rotlichbezirk im Internet scheiterte bereits vor einigen Jahren. Auch beim zweiten Anlauf gab es heftigen Widerstand, vor allem von konservativen Politikern in den USA; einzelne US-Senatoren sahen dagegen die .xxx-Domain als Hilfsmittel zum Schutz der Jugend an. Aber auch massive Einsprüche nicht nur der US-Regierung setzten ICANN unter Druck, die endgültige Entscheidung über die Einführung der .xxx-Domain wurde mehrfach   vertagt.

Mit dem jetzigen Beschluss hob der ICANN-Vorstand einen positiven Bescheid zur Einführung der Rotlicht-Domain von Mitte 2005 wieder auf. Die Diskussionen habe sich auf die Kriterien konzentriert, die für die Einführung der TLD infrage kämen, und auf die von ICM vorgelegten Vertragsbedingungen – besonders mit Blick auf die Befürchtungen, die öffentlich zu der Domain geäußert worden seien, hieß es bei der ICANN. Genauere Gründe für die Ablehnung, die im ICANN-Vorstand mit einem Abstimmungsergebins von 9 : 5 erfolgte, will die Organisation zur Internet- und DNS-Verwaltung noch in dieser Woche vorlegen. Eine Reaktion des Registry-Betreibers ICM, der .xxx online bringen wollte, liegt noch nicht vor. (jk)