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AF-Kalibrierhilfen im Test

Ob der Autofokus Ihrer Kamera(s) den gewünschten Punkt zuverlässig trifft oder nicht, können Sie mit einfachen Methoden überprüfen und Fehler oft direkt im Kameramenü objektivspezifisch korrigieren. Es gibt dafür zahlreiche kommerzielle und freie Kalibrierhilfen. Wir haben die wichtigsten Kalibrierhilfen getestet und verraten Ihnen hier die Vor- und Nachteile.

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Inhaltsverzeichnis

Für einen schnellen Test der Autofokusgenauigkeit genügt ein schräg gestelltes Lineal, das man mit einem definierten Zielpunkt für den Autofokus versieht. Dadurch, dass man beim Lineal auf eine schräge Fläche fokussiert, kann sich der Fokus jedoch unbeabsichtigt leicht verschieben. Gut gelöst ist dieses Problem bei aufstellbaren Kalibrierhilfen aus dem Fotohandel. Man zielt bei diesen zum Fokussieren auf ein senkrechtes Target statt auf die schräge Skala, auf der sich der Autofokus leicht verirren könnte. Kalibrierhilfen wie der Spyder LensCal (ab 39 €) für 65 Euro oder das LensAlign MkII für 113 Euro kosten dann zwar deutlich mehr als ein Lineal, dafür kann man mit ihnen auch genauer arbeiten. Für weitere 113 Euro gibt es zusätzlich zum LensAlign MkII übrigens noch das LensAlign Long Ruler Add-On. Mit seiner 81 cm langen Skala ist es für größere Aufnahmeentfernungen, beispielsweise beim Test von Teleobjektiven gedacht. LensAlign Kalibrierhilfen gibt es in Deutschland im Online-Shop von www.augenblicke-eingefangen.de.

Das Spyder LensCal von Datacolor ist eine kommerzielle Kalibrierhilfe mit aufrecht stehendem Fokussiertarget.

(Bild: Datacolor)

Target und Kamera-Sensorebene sollten bei der Aufnahme möglichst exakt parallel ausgerichtet sein. Dies erreicht man am genauesten mit einem kleinen Spiegel, der leider in keine der Kalibrierhilfen integriert ist. Wir haben einen Taschenspiegel genommen und ihn flach auf das Target neben den Zielpunkt geklebt. Wenn man beim Blick durch den Sucher das am Spiegelrand abgeschnittene halbe Kameraobjektiv sieht, dann ist die Ausrichtung perfekt. Nach unseren Erfahrungen ist die exakte Ausrichtung aber nur wichtig, wenn man mit dem Objektiv nah herangeht, etwa bei der Kalibrierung von Makroobjektiven. Dann beträgt der scharfe Bereich oft nur wenige Millimeter und jede Schrägstellung führt von sich aus schon zu einem Fehlfokus.

Für diese Aufnahmeserie mit dem Spyder LensCal haben wir die Sony A580 mit dem Tamron-60mm f/2-Makro verwendet. Diese Kamera-Objektivkombination zeigte einen schwachen Backfokus von durchschnittlich 1 Zentimeter.

Als Distanz empfehlen die Hersteller das 25- bis 50-fache der Objektivbrennweite. Hierbei ist zu beachten, dass mit zunehmender Distanz auch die Schärfentiefe steigt. Das kann es schwierig machen, den Punkt größter Schärfe überhaupt zu finden. Bei der Berechnung der Schärfentiefe helfen Online-Rechner wie das sehr detaillierte Tool auf der Homepage von Erik Krause. Beim Faktor 50 am Vollformatsensor mit Blende 2,8 beträgt die Schärfentiefe beispielsweise ganze 40 cm und zwar unabhängig von der Objektivbrennweite! Das SpyderLensCal hat aber nur eine Tiefenausdehnung von 13 cm. Zwar sinkt bei 100- Prozent-Vergrößerung der wirklich scharfe Bereich auf 15 cm und weniger (abhängig von der Pixelzahl des Sensors), doch auch damit lassen sich höchstens grobe Fehlfokussierungen erkennen. Ein längeres Lineal hilft nur wenig, denn bei sehr ausgedehnten, weichen Übergangsbereichen von scharf zu unscharf ist es generell schwierig, die genaue Mitte, also den Fokuspunkt, zu bestimmen. Wenn Sie nicht gerade superlichtstarke Objektive benutzen, sollten Sie also bevorzugt kleinere Abstände wählen. Auch in der Praxis wirken sich ja Fokusabweichungen eher auf Nahdistanzen aus, wo die Schärfentiefe gering ist.

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