Analogfotografie: Schwarz-Weiß-Filme mit Kaffee entwickeln

Kaffeepulver, Vitamin C und Waschsoda ergeben einen günstigen und umweltbewussten Entwickler für Schwarz-Weiß-Filme. Die Ergebnisse können sich sehen lassen.

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  • Thomas Gade
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Zahlreiche Rezepte für Entwickler stammen aus Zeiten, in denen freizügig mit toxischen, krebserregenden, wassergefährdenden und allergenen Stoffen hantiert wurde. Auf den Verpackungen befinden sich oft mehrere Gefahrensymbole, die auf das Risiko von Hautreizungen, schweren Augenschäden, allergischen Reaktionen, genetischen Defekten, Krebs sowie Schäden an Nieren, Leber und Blut hinweisen. Manche Bestandteile können sehr giftig für Wasserorganismen sein. Einige traditionelle Zutaten sind durch strenge Umweltauflagen inzwischen gar nicht mehr zulässig.

Fotografie: Analog trifft Digital

Das sind gute Gründe, um harmlosere Alternativen vorzuziehen. Sie waren im letzten Jahrhundert kaum bekannt. 1995 erschien auf der Website des Rochester Instituts of Technologies ein Bericht von Dr. Scott A. Williams, der mit einer Klasse untersuchte, mit welchen haushaltsüblichen Mitteln Entwickler hergestellt werden können. Sie fanden heraus, dass koffeinhaltiger löslicher Kaffee und Waschsoda gut funktionierten. Durch die Beigabe von Vitamin C verbesserten sich die Eigenschaften sogar noch. Vitamin C (Ascorbinsäure) und Soda sind natürlich vorkommende umweltverträgliche Substanzen.

Gefahrensymbole auf dem Filmentwickler Tetenal Parvofin. Die Liste möglicher Gefahren wirkt abschreckend.

Diese Information hatte kaum Auswirkungen auf die aktiven Hobby-Fotolaboranten. Das Internet war noch langsam und der Artikel verbreitete sich nicht viral. Außerdem waren damals Filmscanner, Computer, Software und die ersten Digitalkameras spannender. Deshalb hatten viele bis zu ihrem Umstieg zur digitalen Fotografie nichts davon mitbekommen.