Anleitung: Raspi als Netzwerk-KVM zur Fernwartung

Der Computer zickt im Homeoffice? Zeit für Fernwartung. Mit einem Raspi als Netzwerk-KVM können Sie bei Netzwerkproblemen, BIOS-Einstellungen und mehr helfen.

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(Bild: Andreas Martini)

Von
  • Mirko Dölle
  • Stefan Bautz
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Computerprobleme lassen sich am leichtesten lösen, wenn man direkten Zugriff auf Bildschirm, Tastatur und Maus hat. Doch klassische Fernwartungslösungen wie VNC oder TeamViewer setzen ein funktionierendes Betriebssystem und eine korrekt konfigurierte Netzwerkverbindung voraus, sonst geht gar nichts. Die Alternative ist, den Mitarbeitern einen Raspberry Pi als Netzwerk-KVM (Keyboard, Video, Mouse) konfiguriert zukommen zu lassen, damit Sie ihnen bei Problemen sofort zur Seite stehen können. Die Kosten sind mit rund 120 bis 140 Euro überschaubar. Dafür erhalten die Beschäftigten im Homeoffice ein Gerät, das sie bei Bedarf nur noch mit zwei Kabeln an den heimischen Rechner anschließen müssen – der Rest passiert quasi automagisch.

Der Clou liegt darin, dass der USB-C-Stromanschluss des Raspberry Pi 4 nicht nur zur Stromversorgung taugt, sondern auch ein USB-Gadget-Interface bereitstellt – sich also gegenüber dem PC als USB-Gerät ausgeben kann. Auf diese Weise kann der Raspi unter anderem Tastatur und Maus emulieren und so den angeschlossenen PC fernsteuern. Ein zusätzlicher Adapter sorgt dafür, dass der Raspi die Bildschirmausgabe des Rechners über seinen Kamera-Anschluss hereingereicht bekommt, sodass ein Admin den Rechner aus der Ferne steuern und genau sehen kann, was gerade passiert.

Da diese Lösung vollkommen unabhängig von der Software des Arbeitsrechners ist, lassen sich auf diese Weise sogar BIOS- und Firmware-Einstellungen ändern, Bootloader reparieren und notfalls ein komplett neues Betriebssystem installieren – wobei der angeschlossene Rechner dann sogar von dem Raspberry Pi bootet.

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