Anleitung: So reparieren Sie einen alten Plattenspieler

Wir zeigen, wie man HiFi-Plattenspieler der späten 70er- und 80er-Jahre wieder flottmacht und sich eine Neuanschaffung erspart.

Lesezeit: 22 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 96 Beiträge
Von
  • Jens Nohl
Inhaltsverzeichnis

Wir schreiben das Jahr 1990: In fast jedem Haushalt sind CD-Player angekommen und haben die guten alten Plattenspieler verdrängt, die nun statt auf der Spitze der HiFi-Türme auf fast jedem Sperrmüllhaufen thronen. Viele kleine Plattengeschäfte schließen die Pforten. Wer jetzt noch Schallplatten nutzt, ist völlig uncool und altmodisch. Nur High-End-Puristen und DJs können sich dieser Eingruppierung halbwegs entziehen und schwören weiterhin auf Vinyl. Alles, was sich ansonsten im HiFi-Sektor behaupten will, muss auf der Gerätefront das Prädikat "digital" tragen oder zumindest mit "verdammt nah an der CD" beworben werden.

Schwerpunkt: Reparieren

Einige Jahre später stellt Panasonic auch die Produktion des seit 1978 verkauften und mittlerweile legendären DJ-Plattenspielers Technics SL-1200/ SL-1210 MKII ein, der 2010 sogar als das am längsten hergestellte Produkt der Unterhaltungselektronik ins Guinness-Buch der Rekorde einging. Die Geschichte der analogen Schallplatte schien an diesem Punkt endgültig beendet zu sein.

Schwerpunkt Upcycling

Inzwischen ist Musik digital und komprimiert überall schnell per Download/Stream verfügbar. Umso mehr verwundert es, dass das meistverkaufte Audiogerät im Weihnachtsgeschäft 2015 bei Amazon ein Plattenspieler war ("Jensen JTA-230 3-Speed" für umgerechnet etwa 50 Euro). Zum 50-jährigen Firmenjubiläum kündigt Panasonic sogar eine Neuauflage seines Technics-Klassikers an. Während CD-Abteilungen in Kaufhäusern und Elektromärkten immer weiter schrumpfen, taucht stattdessen wieder Vinyl in teilweise sehr hochwertigen Pressungen auf. Die über 100 Jahre alte Erfindung von Emil Berliner ist wieder auf dem Vormarsch. Allein in Deutschland wurden 2015 über 50 Millionen Euro Umsatz mit Schallplatten generiert. Der messtechnisch nicht perfekte, aber individuelle Vinylsound erlebt ein Revival.

Immer mehr Wissen. Das digitale Abo für IT und Technik.

  • Zugriff auf alle Inhalte von heise+
  • exklusive Tests, Ratgeber & Hintergründe: unabhängig, kritisch fundiert
  • c't, iX, MIT Technology Review, Mac & i, Make, c't Fotografie direkt im Browser lesen
  • einmal anmelden – auf allen Geräten lesen - monatlich kündbar
  • erster Monat gratis, danach monatlich ab 9,95 €
  • Wöchentlicher Newsletter mit persönlichen Leseempfehlungen des Chefredakteurs
GRATIS-Monat beginnen Jetzt GRATIS-Monat beginnen Mehr Informationen zu heise+