Astrofotografie: Die Kamera auf lichtschwache Motive ausrichten

Astrofotografie wird immer beliebter, hat aber Tücken: Wie visiert man lichtschwache Objekte an, die mit den Augen kaum zu sehen sind? Kleine Fernrohre helfen.

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Komet Neowise - fotografiert in Berlin mit einem 80-mm-Objektiv an einer Pentax K-3 II mit Astrotracer. Mit bloßem Auge war der Komet am Stadthimmel nicht zu sehen.

Von
  • Thomas Gade
Inhaltsverzeichnis

Mehr als eine moderne digitale Systemkamera mit Weitwinkelobjektiv, ein Stativ und eventuell ein kleines Nachführgerät braucht man nicht, um die Milchstraße in einer Qualität aufzunehmen, die noch vor wenigen Jahren nur Profis erreichten. Erfahrene Fotografen wagen sich mit längeren Brennweiten an kleinere Himmelsausschnitte, um Galaxien oder temporäre Erscheinungen, wie Kometen, aufzunehmen. Auf teure und komplizierte astronomische Teleskope verzichten viele zugunsten einer bequemen Handhabung und Mobilität. Sollen Kameras mit längerer Brennweite auf lichtschwache Objekte gerichtet werden, gibt es allerdings ein Problem. Sie sind mit bloßem Auge kaum oder gar nicht zu sehen. Wie richtet man die Kameras dann auf solche Motive aus? Ihre Sucher oder Displays sind dafür nicht geeignet. Selbst wenn die Aufnahmetechnik durch hochlichtstarke Objektive und High-ISO-fähige Sensoren astronomische Himmelsobjekte auf dem Display heller anzeigt als wir sie mit dem bloßen Auge sehen, können wir sie inmitten der vielen Lichtpunkte meistens nicht erkennen.

Einen Ausweg bieten kleine Fernrohre mit vergleichsweise niedriger Vergrößerung. Sie werden zuerst auf den Stativkopf montiert, um das betreffende Himmelsobjekt zu suchen. Befindet es sich mittig im Bildausschnitt, wird die Klemmung des Stativkopfs angezogen und anschließend das Sucherfernrohr durch die Kamera ersetzt.

Das weitverbreitete System von Schnellkupplungen im Arca-Swiss-Format eignet sich hierfür besonders gut. Die nötigen Schienen sowie stabile Stativköpfe sind preiswert aus fernöstlicher Produktion erhältlich. Sind Stativ und Stativkopf robust genug, vertragen sie den Wechsel, ohne sich zu verstellen.

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