Crashkurs: Schallplatten und Kassetten mit Ocenaudio digitalisieren

Schallplatten und Kassetten lassen sich mit geringem technischem Aufwand sowie der freien Software Ocenaudio digitalisieren und klanglich entstauben.

Lesezeit: 8 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 113 Beiträge

(Bild: Martin Reche)

Von
  • Martin Reche
Inhaltsverzeichnis

Analoge Tonträger sind wieder en vogue: Limitierte Sonderpressungen von Schallplatten erzielen in Sammlerkreisen astronomische Preise und Bands in ihren Zwanzigern bannen ihre Musik gerne mal wieder auf die gute alte Kassette. Das sieht nicht nur im Regal schick aus, sondern klingt für manche Ohren am analogen Abspielgerät durchaus wärmer und satter als ein totkomprimiertes MP3. Ein paar Nachteile bringen Vinyls und Tapes aber mit: Erstere lassen sich nicht in Bus und Bahn hören und letztere altern bei unsachgemäßer Lagerung schlecht. Als Backup und für den Musikgenuss unterwegs bietet sich eine Digitalisierung in Eigenregie für Privatzwecke an. Diese deckt das Urheberrecht auch größtenteils, solange man keinen Kopierschutz umgeht oder die Kopien in der Öffentlichkeit nutzen will, etwa für einen DJ-Gig.

Der technische Aufwand für die Digitalisierung bleibt überschaubar: Außer einem Abspielgerät mit Audio-Ausgängen benötigen Sie nur noch ein Audio-Interface, das die analogen in digitale Signale umwandelt und an den PC weitergibt. Dazu kommen noch die passenden Anschlusskabel und der Computer. Gebrauchte Interfaces kosten ab 60 Euro, neue Modelle gibt es ab circa 110 Euro. Wichtig: Für Stereo-Klang benötigen Sie ein Interface mit mindestens zwei Eingängen. Der Handel bietet auch Modelle mit nur einem Eingang an, hier lohnt ein genauerer Blick. Für diesen Artikel haben wir mit einem betagten Focusrite Saffire 6 USB-Interface gearbeitet. Als Abspielgeräte kamen ein Sansui-Plattenspieler und ein JVC-Tapedeck zum Einsatz, die beide über Cinch-Audioausgänge verfügen.

Das Interface (unten) wandelt die analogen Signale vom Abspielgerät in digitale Signale um. Auf dem Interface steht der Vorverstärker für den Schallplattenspieler.

(Bild: Martin Reche)

Theoretisch kann man mit einem passenden Cinch-Klinke-Kabel wenigstens das Tapedeck auch direkt mit dem Klinkeneingang der Soundkarte verheiraten und die Aufnahme starten. Davon raten wir aber ab: Ein Interface bietet nicht nur dank besserer Wandler und Vorverstärker den besseren Klang, sondern erlaubt zudem das optimale Aussteuern des Signals mittels Potenziometer und direktes Monitoring über Kopfhörer. So können Sie während der Aufnahme bereits hören, ob der Pegel übersteuert oder ob Sie den Pegel korrigieren müssen.

Immer mehr Wissen. Das digitale Abo für IT und Technik.

  • Zugriff auf alle Inhalte von heise+
  • exklusive Tests, Ratgeber & Hintergründe: unabhängig, kritisch fundiert
  • c't, iX, Technology Review, Mac & i, Make, c't Fotografie direkt im Browser lesen
  • einmal anmelden – auf allen Geräten lesen - monatlich kündbar
  • erster Monat gratis, danach monatlich 9,95 €
  • Wöchentlicher Newsletter mit persönlichen Leseempfehlungen des Chefredakteurs
GRATIS-Monat beginnen Jetzt GRATIS-Monat beginnen Mehr Informationen zu heise+