Der Türhüter: Cthulhu-Statue mit ESP32-Herz erkennt Gesichter

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Wie das im Detail funktioniert, zeigt ein neues Video aus unserer Tutorial-Serie 3D-Kurs für Maker: Konstruieren mit Blender 2.8. Aber keine Bange, Sie müssen die Konstruktion nicht selbst vornehmen, wenn Sie das nicht wollen – die druckfertige Datei gibt es natürlich auch zum Download bei Thingiverse oder alternativ in der Online-Community von Prusa Printers. Die Video-Anleitung ist aber nützlich, wenn Sie Ihre ESP32-CAM oder ein ähnliches Modul in ein anderes 3D-Objekt integrieren wollen.

Videokurs: Blender für Maker

Im Make-Videokurs zeigt der bekannte Buchautor und Blender-Tutor Carsten Wartmann anhand verschiedener kleiner Maker-Projekte, wie man das Open-Source-3D-Softwarepaket Blender fürs Konstruieren eigener Werkstücke – etwa für den 3D-Druck – produktiv nutzen kann.

Deshalb die weiteren 3D-Operationen hier nur im Schnelldurchlauf: Wo das Objektiv sitzen soll, habe ich wieder mittels eines Booleschen Operators die oben schon erwähnte Aussparung für die Klammer gemacht – bei meinem Druck ist die Passung sehr gut, gegebenenfalls muss man die Verbindung mit einem Tropfen Heißkleber sichern. Das “Spionloch”, durch das die Kamera blickt, ist wie eine Zweistufenbohrung ausgeführt, sodass eine möglichst nur einen Druckperimeter dünne Außenwand durch ein möglichst kleines Loch durchstoßen wird, damit das sehr weitwinklige Objektiv keinen Rand mehr von der Figur aufnimmt.

Blick ins Innere des ESP32-CAM-Cthulhus (3 Bilder)

Diese LEDs wurden mit Anschlussleitungen versehen und zusammen eingeschrumpft, um innen in den Kopf der ausgehöhlten Cthulhu-Statue zu wandern ...
(Bild: Carsten Wartmann)

Zum Kopf hin wurde innen außerdem der Hohlraum erweitert und noch Löcher in die beiden Augen gebohrt. Dort hinein klebt man Stücke transparenten Filaments mit 1,75mm Dicke als Lichtleiter, sodass die LED oder die LEDs bequemer im Inneren platziert werden können. Falls die Funkverbindung zu schlecht ist, kann man übrigens auch noch eine externe Antenne in diesem Hohlraum nach oben führen.

Gedruckt habe ich die Figur aus Prusa PETG Galaxy Black auf einem Prusa i3 MK2 mit 0,2mm Schichtdicke, was etwas über acht Stunden gedauert hat. Vorab hatten Versuche ergeben, dass ein weiteres Aushöhlen der Figur die Druckzeit kaum senkt, wenn man als inneres Füllmuster Gyroid mit 10% Dichte benutzt.

Verwendete Druckparameter
  • Drucker: Prusa i3 MK2
  • Ausgangsprofil im Prusa Slicer: 0.20mm 100mms Linear Advance
  • 0,4mm Düse – Parameter: Nozzle Diameter
  • 0,2mm Schichtdicke – Parameter: Layer height
  • 2 Perimeter – Parameter: Perimeters
  • 3 Schichten Boden – Parameter: Solid Layers Bottom
  • 4 Schichten Oben – Parameter: Solid Layers Top
  • gleiche Wandstärke aktiviert – Parameter: Ensure vertical shell thickness
  • Infill: 10% Gyroid
  • Material: Prusa PETG Galaxy Black
  • Drucktemperatur Düse: 240°C
  • Drucktemberatur Bett: 60°C
  • Druckzeit: ca. 8h
  • Kosten: weniger als 3 Euro Material, 30m/92g Filament

Anschließend habe ich per Dry Brushing silberne Akzente auf die erhabenen Figurenteile aufgebracht. Hierbei arbeitet man mit wirklich sehr wenig Farbe auf dem (fast) trockenen Pinsel (schließlich heißt dry trocken) und darf kaum die Oberfläche berühren, während man eine winzige Menge Farbe in schnellen Bewegungen “aufbürstet”. Die Farbe bleibt nur an den erhabenen Stellen hängen, bringt die Struktur schön zur Geltung, sorgt für einen Patina-Effekt und bringt die Plastizität der Figur deutlicher heraus, weil die tieferliegenden Stellen dunkel bleiben.

Mit einem fast trockenen Pinsel flüchtig aufgebürstete silberne Farbe verleiht der Statue den Anschein, als hätten Äonen ihre Spuren auf ihrer Oberfläche hinterlassen.

(Bild: Carsten Wartmann)