Der Türhüter: Cthulhu-Statue mit ESP32-Herz erkennt Gesichter

Die ESP32-CAM für rund fünf Euro streamt Videos übers Netz, erkennt Gesichter wieder und lädt zu Experimenten ein – hier tarnen wir sie als mythisches Alien.

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Das Mythos-Wesen Cthulhu als Türwächter: Rotglühende Augen funkeln unbekannte Personen vor der Kamera an. Leuchten sie hingegen blau, hat der eingebaute ESP32 ein bekanntes Gesicht auf dem Live-Bild der versteckten Kamera erspäht.

(Bild: Carsten Wartmann)

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Wer wäre besser als Wache oder Toröffner geeignet als ein allwissendes, unsterbliches und gottgleiches Alien? Nun, die meisten werden so ein Wesen nicht verpflichten können, aber analog zu Türklopfern und Wasserspeiern an Kathedralen können wir ja wenigstens eine Statue solch einer Kreatur aus dem Cthulhu-Mythos von H. P. Lovecraft in 3D drucken und sie mit Kamera, Gesichtserkennung, Mikrocontroller und glühenden LED-Augen ausstatten. Gerät ein bekanntes Gesicht ins Blickfeld der Kamera, wird die Person mit einem blauen Leuchten der Augen begrüßt, ist jemand unbekannt, wird er drohend rot angefunkelt.

Make 2/20

Als Basis für unser Projekt dient die Figur Cthulhu Idol, die der User namens Kubold Margariti auf Thingiverse zur Verfügung stellt. In 3D gedruckt ist sie von Haus aus 13cm hoch. Unser Ziel war es, das günstige WLAN-Kameramodul ESP32-CAM so dort hineinzubekommen, dass das Objektiv zwischen Cthulhus Füßen sitzt. Dort ist im 3D-Modell eine recht ebene Fläche im Sockel zu finden und man muss keine allzu störenden Löcher in die wundervolle Figur bohren.

Cthulhu-Statue mit versteckter ESP32-CAM (4 Bilder)

Im Sockel und zwischen den Klauen von Cthulhu kaum zu sehen: Das Spionloch für das winzige Weitwinkelobjektiv der ESP32-CAM.
(Bild: Carsten Wartmann)

Das Board passt am besten hochkant in den Sockel, damit bleibt dann auch der SD-Kartenschlitz von unten zugänglich. Leider gibt es jetzt ein Problem: Das Bild der Kamera ist nun auch 90° verdreht und in der API/Firmware zur Kamera gibt es keine Möglichkeit, das zu korrigieren. Also muss die Kamera gedreht werden, was aber wegen des sehr kurzen Folienbandkabels etwas delikat ist. Daher habe ich eine Klammer entworfen, die für beide Ausrichtungen der Kamera funktioniert und die auch für alle Besitzer der ESP32-CAM interessant ist, die ihr Modul nicht unbedingt in eine Statue einbauen wollen.

In der Standardausrichtung kommt die Kamera wie vom Kabel vorgegeben etwa auf dem SD-Slot zu liegen und kann dort mit der Klammer fixiert werden. Wenn man hingegen das Folienkabel vorsichtig faltet, kann man die Kamera aber auch 90° drehen und dann mittig auf dem Modul festklemmen. Für den Druck der Klammer empfiehlt sich PETG, das etwas flexibler als PLA ist, und nicht so leicht beim Aufklipsen bricht.

3D-gedruckte Klammer für die ESP32-CAM (3 Bilder)

Diese Klammer aus dem 3D-Drucker fixiert das kleine Kameramodul der ESP32-CAM fest auf der Platine. Ab Werk hängt es lediglich an einem sehr kurzen Folienkabelband und kann weder sinnvoll unabhängig vom Board platziert noch wirklich daran befestigt werden.
(Bild: Carsten Wartmann)

Die Klammer passt aber auch genau in eine Aussparung, die wir innen im Sockel der Figur angelegt haben. Für diese und andere Vorbereitungen des 3D-Modells der Figur kam die Open-Source-Software Blender zum Einsatz. Zum Aushöhlen wurde ein einfacher Quader benutzt und per Boolescher Operation abgezogen – in der Höhe wird es dann zwar etwas knapp, da an dem Übergang von Sockel zur Figur nur wenig Material übrig bleibt. Optimiert man aber alles vorsichtig, entstehen aber keine Löcher und die Kamera lässt sich mittig positionieren.