DynDNS: Serverbetrieb mit dynamischen IPv6-Adressen

Private Internetanschlüsse müssen oft mit dynamischen IPv6-Adressen leben. Daraus entstehen Probleme für Server-Betreiber, die sich jedoch meist lösen lassen.

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Von
  • Johannes Weber
  • Carsten Strotmann

Weil dem alten Internet-Protokoll IPv4 die Adressen ausgingen, ändert sich die IP-Adresse eines privaten Anschlusses turnusmäßig, damit gerade nicht genutzte Adressen anderweitig verwendet werden können. Das neue IPv6 hat mehr als genug Adressen und die Adressvergabestelle RIPE NCC spricht sich eindeutig für dauerhaft gültige Adressen für jeden Anschluss aus. Doch trotzdem teilen die meisten Provider privaten Anschlüssen auch IPv6-Adressen nur dynamisch zu. Eine rühmliche Ausnahme ist die Firma Deutsche Glasfaser.

Bei IPv4 kann man auch mit dynamischen Adressen noch leidlich einfach Internet-Server betreiben: Man beschafft sich von einem DynDNS-Dienst wie freedns.afraid.org einen Hostnamen. Der Router meldet die ihm zugeteilte IPv4-Adresse dem DynDNS-Anbieter, sodass dieser den Namen jederzeit zur gerade gültigen dynamischen IPv4-Adresse auflösen kann. Ein einziger DynDNS-Hostname genügt, um mehrere Server hinter einem Router per IPv4 anzusprechen, zum Beispiel IP-Kamera, VPN- oder Webserver, weil der Router Anfragen von außen nach innen umsetzt (Port-Weiterleitung).

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Doch mit IPv6 geht das nicht mehr so einfach, denn jedes Gerät bekommt damit mindestens eine global im Internet routbare IPv6-Adresse – und somit braucht es im Prinzip auch einen eigenen Hostnamen. Deshalb müsste man jedes Serverchen oder sonstige Gerät, auf das man aus dem Internet zugreifen möchte, mit einem DynDNS-Client ausrüsten. Leider geht das bei manchen Geräten schlicht nicht, etwa bei einfachen IP-Kameras, Druckern oder IoT-Geräten. Und wenn man den Hostnamen mal ändern möchte, weil aus der "junggesellenbude.example.com" doch noch "nestfuerzweiplusx.example.com" geworden ist, lassen sie sich schon gar nicht zentral verwalten.

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