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Energy Harvester aus Haushaltsmaterialien

Pappe, ein Bleistift und verschiedene Klebebänder – mit wenig Aufwand lässt sich damit Strom erzeugen und gleich zwei physikalische Effekte beobachten.

Lesezeit: 3 Min.
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Inhaltsverzeichnis

Bemalt man zwei Stück Pappe auf der einen Seite mit Bleistift, klebt auf die andere Seite Teflon-Tape und verbindet sie miteinander, so kann man durch wiederholtes Zusammendrücken dieser Bastelei Energie erzeugen. Der sogenannte Energy Harvester nutzt dafür den triboelektrischen Effekt und Influenz. Hinter dem Projekt steckt Xiao-Sheng Zhang, Forscher an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL). Erstmals vorgestellt auf der 29. internationalen IEEE-Konferenz über Mikro-Elektromechanische Systeme (MEMS), lässt sich der Energy Harvester auch in jedem Haushalt mit wenig Aufwand nachbauen.

An Nano-Generatoren, die auf den triboelektrischen Effekt setzen, wird bereits seit 2012 geforscht. Das System von Zhang ist dabei das erste, das auf günstige Materialien setzt, die auch vergleichsweise umweltverträglich sind und größtenteils kompostiert werden können.

Kurzinfo

  • Energieerzeugung aus Haushaltsmaterialien
  • Triboelektrischer Effekt
  • Influenz

Checkliste

  • Zeitaufwand: 15 Minuten
  • Kosten: circa 2 Euro

Material

  • 2 × dünne Pappe Visitenkarten eignen sich sehr gut, Maße: 2 × 4cm
  • ein weicher Bleistift zum Beispiel 6B
  • Teflon-Tape
  • 2 Stück Kabel oder Litze vorzugsweise rot und schwarz
  • Kupferklebeband
  • Tesafilm
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Der triboelektrische Effekt gehört zum Bereich der Reibungselektrizität. Diese Form der elektrischen Aufladung entsteht durch die Reibung zwischen zwei Materialien. Ein Beispiel dafür ist die Aufladung des menschlichen Körpers durch den Kontakt mit Kunststoff. So kann es passieren, dass man sich beim Gehen über Teppichboden auf- und dann an einer Türklinke entlädt. Der triboelektrische Effekt beschreibt die elektrische Aufladung zweier Materialien dadurch, dass sie in Kontakt kommen und dann wieder getrennt werden. Für die Entstehung des Effekts braucht man zwei Materialien, die möglichst unterschiedlich stark geneigt sind, Elektronen abzugeben. Eine Ordnung von Materialien nach diesem Kriterium ist die triboelektrische Reihe. In ihr werden Materialien von Plus (gibt Elektronen ab) nach Minus (nimmt Elektronen auf) sortiert. Hier steht Teflon am negativen Ende – es nimmt also Elektronen auf, die die Pappe abgibt.

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