FAQ: Einstieg in Moodle

Die Lernplattform Moodle dient als Lernmanagementsystem und zur Kommunikation. Demo-Versionen und vorsortierte, vereinfachte Ansichten erleichtern den Einstieg.

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Fernunterricht

Bei den Kommunikationsmedien setzen Schulen auf die E-Mail, Mobiltelefon, Website der Schule und Online-Plattformen wie Moodle.

(Bild: dpa, Kay Nietfeld/dpa)

Von
  • Axel Mugge-Dinn

Moodle wird von Schulen und Hochschulen als eLerning-Plattform und zur Kommunikation genutzt. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Einstieg in die freie Lernplattform.

Wie kann ich Moodle denn einfach mal ausprobieren?

Moodle läuft auf einem Webserver. Deshalb muss man zum Ausprobieren entweder auf dem eigenen PC einen Webserver mit den notwendigen Erweiterungen einrichten oder eine fertige virtuelle Maschine herunterladen, die man dann in einer Virtualisierungssoftware startet. Als dritte und einfachste Option kann man auf einen Dienstleister im Internet zugreifen, der Moodle als fertig konfiguriertes Paket zur Installation auf einem bei ihm gemieteten Webserver anbietet.

Wer sich einfach nur in Moodle umsehen möchte, ohne die darunterliegende Webserver-Ebene zu sehen, kann dies auch ganz ohne Installation machen, und zwar auf einer der Moodle-Demo-Sites. Auf der offiziellen Projektseite kann man sich im Moodle-System der fiktiven "Mount Orange School" umsehen. Deutschsprachige Demo-Versionen finden Sie auf den Webseiten von deutschen Anbietern für Hosting und Service rund um das Lernsystem.

Anelitungen und Demo-Sites mit Moodle-Testinstallationen

Als Anfänger verliere ich in Moodle vor lauter Optionen den Überblick und fühle mich überfordert. Ich vermisse eine übersichtliche Oberfläche. Gibt es nicht vielleicht so etwas wie ein "Moodle lite"?

In Moodle lässt sich mit sogenannten "Themes" nicht nur das Design, sondern auch der Seitenaufbau ganz individuell anpassen. Anfangs ist weniger mehr. Das sollte bei der Einführung von Moodle in der Schule diskutiert und vom Admin umgesetzt werden – das aktuelle Theme ist schnell durch ein anderes ersetzt. Standard-Themes können außerdem angepasst werden. Wer sich damit auskennt, kann auch die Designvorgaben (CSS) direkt bearbeiten. Bei einem Designwechsel gehen übrigens keine Daten verloren, es ändert sich nur deren Darstellung.

Bei der enormen Zahl an interessanten Plug-ins wird das Auswahlfenster für Aktivitäten und Materialien schnell zu voll und unübersichtlich. Sie können aber mit den "Favoriten" eine eigene Auswahl definieren, die Sie anfangs möglichst klein halten sollten. Dafür klickt man beim gewünschten Modul das kleine Sternchen links unten an. Eine gute Auswahl für den Einstieg sieht so aus: "Aufgabe", "Feedback", "Link" und "Textfeld". Der Admin kann auch Vorgaben definieren, die dann in dem Tab "Empfohlen" des Fensters zu finden sind.

Die Tabs "Favoriten" und "Empfohlen" helfen, den Überblick zu behalten. Favoriten wählt man auf dem Tab "Alle" über das Stern-Symbol unten links. Den Tab "Empfohlen" füllt der Admin für alle Nutzer.

Ich sehe auf den Smartphones und Tablets der Schüler immer die App Moodle mobile. Benötigt man damit dann keinen Moodle-Server?

Moodle mobile ist eine kostenlose App für Android und iOS, die die kleinere Bildschirmfläche von Smartphones und Tablets besser nutzt, sodass die Touch-Bedienung gut funktioniert. Man nutzt damit dieselben Dateien und Strukturen wie beim Zugriff per Browser, daher benötigt auch die App Zugang zu einem Moodle-Server.

Wichtig: Die App unterstützt nicht alle Plug-ins von Moodle. Tippt man auf eine nicht unterstützte Funktion, wird auf dem Mobilgerät der Standardbrowser gestartet, um die Seite zu laden. Mit Moodle mobile können Lehrkräfte keine neuen Inhalte erstellen, sie ist hauptsächlich für Schüler gedacht. Aber auch als Lehrer sollten Sie die App auf Ihrem Smartphone einrichten, um die Darstellung von Inhalten, die Sie Ihren Schülern bereitstellen, in der App zu prüfen.


Ich möchte mit Moodle nicht nur Frontalunterricht abbilden. Lassen sich damit auch Möglichkeiten für Gruppenarbeit und (Peer-)Feedback einrichten?

Oft wird Moodle lediglich als "PDF-Schleuder" genutzt, weil es sehr einfach ist, per Drag & Drop ein PDF vom Desktop direkt in das Browserfenster zu ziehen; dazu muss der Bearbeitungsmodus aktiv sein. Schüler erhalten so eine Sammlung von Unterrichtsinhalten, die ihnen auch bei Abwesenheit (Krankheit, Distanzlernen) zur Verfügung steht. Auch die Aktivität "Aufgabe" wird sehr oft genutzt – sie entspricht der Aufgabenvergabe im Präsenzunterricht.

Das sind aber nur zwei von vielen Möglichkeiten. So lassen sich beispielsweise Gruppen einrichten – Schüler können sich auch selbst einer Gruppe zuordnen. Jeder Gruppe können Sie eine unterschiedliche Tätigkeit zuweisen; dazu dienen die Aktivitäten "Aufgaben", "Dateien", "Links zu externen Anbietern" und so weiter. Gruppenteilnehmer können sich im integrierten Chat austauschen, gemeinsam ein Glossar erstellen, in einem Forum diskutieren oder unterschiedliche Text-Ergebnisse gemeinsam lesen und kritisieren. Spannend ist auch die "Gegenseitige Beurteilung" von Lösungen anhand von Kriterien, die die Lehrkraft vorgegeben hat; dies kann auch anonym erfolgen.

Für Feedback gibt es das Feedback-Modul, das wie ein Umfrage-Tool funktioniert: Die Lehrkraft erstellt im Vorfeld Fragen und Antwortoptionen, etwa Multiple-Choice-Antwortvorgaben oder Freitextfelder. Die Schüler können anonym antworten. So kann die Lehrkraft auch Feedback zum Unterricht einholen. Im Aufgaben-Modul können Sie Audiokommentare als Feedback aufzeichnen; für iOS-Mobilgeräte funktioniert das leider nicht und mit macOS/Safari lassen sie sich ebenfalls nicht abrufen. Auch Schüler können Audiokommentare einsprechen, wenn sie den integrierten Texteditor einer Aufgabe nutzen; das funktioniert auch in der App Moodle mobile, dort über "+ Datei hinzufügen".


Während des Distanzlernens erhalte ich als Lehrkraft sehr viele Ergebnisse, die ich korrigieren muss. Bietet Moodle eine Möglichkeit zur "automatischen Korrektur"?

Moodle bietet an, bestimmte Aktivitäten mit Punkten zu bewerten. Die Lehrkraft befüllt dafür vorgefertigte Module mit Inhalten, also mit Fragen und Antworten. Wahlweise kann der Schüler schon während der Eingabe seiner Lösung eine Rückmeldung zu deren Qualität erhalten oder erst dann, wenn er sein Ergebnis abgibt. Auf diese Weise lassen sich allerdings nur simple "Wahr"- oder "Falsch"-Antworten von Moodle auswerten. Indem Sie Fragen geschickt formulieren, beispielsweise Schlussfolgerungen abfragen oder ähnlich klingende Antwortoptionen vorgeben, können Sie etwas mehr herausholen.


Ich arbeite gern mit Padlets. Kann ich die auch in Moodle verwenden, sodass die Schüler nicht immer hin und her springen müssen?

Ja, Padlets lassen sich leicht in Moodle integrieren, etwa um Ergebnisse zu präsentieren oder mithilfe der Kommentarfunktion direktes (Peer-)Feedback zu ermöglichen. Statt eines Links zum Padlet, der Schüler zwingt, Moodle zu verlassen, kann man dafür auch den Padlet-Einbettungscode kopieren ("Teilen/in deinen Blog oder deine Website einbetten") und in ein Moodle-Textfeld ("Material oder Aktivität anlegen") einfügen.

Klappen Sie dazu im Editor für das Textfeld mit einem Klick auf den geknickten Pfeil ganz links die zweite Menüleiste aus und wählen Sie darin das Icon ganz rechts ("</>"), um in die HTML-Ansicht zu wechseln. Den angezeigten HTML-Code ersetzen Sie nun durch den vorher kopierten Einbettungscode. Verlässt man die HTML-Ansicht wieder und speichert die Änderung, wird das Padlet direkt in der Moodle-Seite angezeigt. Die Schüler können es nutzen, ohne Moodle zu verlassen.

In Moodle-Textfelder lassen sich auch Inhalte aus der Software Padlet, einer virtuellen Pinnwand, verwenden. Man fügt dazu in der HTML-Ansicht den sogenannten Embed-Code des Padlets ein.

Nach dem Wechsel der Ansicht über das HTML-Icon wird das Padlet bereits angezeigt. Nach dem Speichern erscheint es direkt auf der Moodle-Seite und muss von Schülern nicht erst über einen Link aufgerufen werden.
c’t Ausgabe 6/2021

In c’t 6/2021 möchten wir Ihnen den Einstieg ins Smart Home erleichtern: Wir liefern Praxistipps und Kaufberatung für mehr Sicherheit, Komfort und Effizienz im intelligenten Zuhause. Wer seine Finanzen im Griff haben und dafür Homebanking nutzen möchte, sollte Ausgabe 6 zu Rate ziehen: Darin haben wir sechs Programme fürs Homebanking getestet und dabei besonders auf den Datenschutz geschaut. Außerdem zeigen wir, wie Sie im Homeoffice Ihre persönlichen Telefonate und Daten sauber von den beruflichen trennen können. Wir testen GPS-Tracker für E-Bikes, kompakte Dokumentenscanner für mehr Ordnung im Büro und das erste E-Auto mit Android. Die Schul-Cloud des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) offenbarte kürzlich ein gewaltiges Sicherheitsleck. Zum Glück wurde das Loch der Plattform nach unseren Hinweisen geschlossen. Dies und noch viel mehr lesen Sie in Ausgabe 6/2021, die ab dem 26. Februar im Heise-Shop und am gut sortierten Zeitschriftenkiosk erhältlich ist.

(dwi)