FAQ: Linux auf dem Desktop

Moderne Linux-Systeme sind komfortabler denn je. Ab und zu muss man dennoch selbst Hand anlegen, um Probleme zu lösen. Wir haben Tipps und Tricks gesammelt.

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(Bild: J0hnTV/Shutterstock.com)

Von
  • Niklas Dierking

Wir haben uns mit Linux-Systemen für den Desktop befasst und für Sie die häufigsten Fragen zusammengetragen.

Auf dem Gnome-Desktop habe ich die Anwendungsstarter im App-Grid verschoben und mir ein eigenes Layout gebastelt. Jetzt finde ich mich nicht mehr zurecht. Kann ich das Raster einfach zurücksetzen?

Ja, das ist möglich. Sie setzen das Raster mit folgendem Befehl in den Ausgangszustand zurück:

gsettings reset org.gnome.shell \
app-picker-layout

Alle Anwendungen sind jetzt wieder standardmäßig alphabetisch sortiert.

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In meinem PC oder Laptop ist eine Nvidia-Grafikkarte verbaut. Nach der Installation meiner Wunsch-Linux-Distribution fehlen die Animationen auf dem Desktop und die Leistung in 3D-Spielen ist nicht zufriedenstellend. Was muss ich tun, um das Potenzial der Grafikkarte auszuschöpfen?

Offenbar nutzen Sie den freien Nouveau-Treiber, der zwar für den generellen Desktopbetrieb ausreicht, aber nicht genug Leistung für 3D-Spiele liefert. Installieren Sie daher besser den proprietären Nvidia-Treiber. Da dieser – anders als die Herstellertreiber für AMD-Grafikkarten oder die integrierten Grafikeinheiten von Intel-Prozessoren – nicht quelloffen ist, steckt er nicht im Linux-Kernel. Distributionen wie Zorin OS oder Pop!_OS liefern den Treiber von Nvidia schon mit dem Installationsmedium mit. Oft bietet Ihnen der Installer einer Distribution an, Softwarequellen von Dritten einzubinden, die den Treiber enthalten. Das bestätigen Sie bei der Installation oder der Ersteinrichtung des Systems mit einem Häkchen. Bei Ubuntu und dessen Derivaten können Sie den Treiber dann über das grafische Menü namens "Zusätzliche Treiber" nachrüsten. Bei Fedora erledigen Sie das mit dem Befehl sudo dnf install akmod-nvidia. Welche Fallstricke der proprietäre Nvidia-Grafiktreiber birgt und wie er sich mit der modernen Grafikarchitektur Wayland verträgt, haben wir für Sie zusammengefasst.


Ich möchte mir alle Pakete anzeigen lassen, die nicht zur Basisausstattung der Distribution gehören, sondern die ich manuell installiert habe. Wie mache ich das?

Das hängt davon ab, welchen Paketmanager Ihre Distribution nutzt. Bei Debian, Ubuntu und deren Derivaten nutzen Sie den Befehl apt-mark showmanual. Bei Fedora hilft dnf history userinstalled. Mit dem pacman-Paketmanager von Arch Linux oder Manjaro listen Sie die Pakete mit pacman -Qe auf.


Ich besitze mehrere Peripheriegeräte von Logitech, die einen Unifying-Receiver nutzen. Die Unifying-Software von Logitech gibt es aber nur für Windows. Wie konfiguriere ich Unifying-Receiver und -Geräte unter Linux?

Dafür gibt es das Open-Source-Werkzeug Solaar. Solaar koppelt und entkoppelt unterstützte Unifying-, Bolt- und Lightspeed-Geräte. Außerdem zeigt es Informationen wie den Batteriestand an. Verbundene Geräte konfigurieren Sie über ein grafisches Menü oder mit der Kommandozeile. Damit passen Sie beispielsweise die Maussensitivität an oder ändern die Tastenbelegung. Sie installieren Solaar am einfachsten über den Paketmanager Ihrer Distribution.

Mit Solaar verwalten und konfigurieren Sie Ihre Logitech-Unifying-Geräte.

Ich möchte unter Fedora 35 Anwendungen als Flatpak von Flathub installieren. Bei der Einrichtung des Systems habe ich Paketquellen von Dritten eingebunden und Gnome-Software zeigt an, dass "Flathub" als Quelle aktiv ist. Warum finde ich über die Suche in Gnome-Software oder mit dem Befehl flatpak search nicht alle Anwendungen, die auf flathub.org gelistet sind?

Die Anzeige in Gnome-Software ist irreführend. Wenn Sie bei der Ersteinrichtung Paketquellen von Dritten einbinden, fügt Fedora 35 zwar ein Flathub-Remote hinzu, filtert aber die Anwendungen. Um sich Zugang zum gesamten Flathub-Software-Katalog zu verschaffen, fügen Sie das Flathub-Remote manuell mit dem folgenden Befehl hinzu:

flatpak remote-add --if-not-exists flathub https://flathub.org/repo/flathub.flatpakrepo

Der Filter ist jetzt deaktiviert. Wenn Sie das Flatpak-Remote schon vorher hinzugefügt hatten, brauchen Sie nichts zu tun.

c't Ausgabe 18/2022

(Bild: 

c't 18/22

)

In c’t 18/2022 bringen wir Windows und Linux zusammen und erklären, wie Sie beide Systeme auf einem Rechner Hand in Hand nutzen können. Außerdem legen wir einen Schwerpunkt auf gebrauchte Hardware, denn damit lässt sich der Geldbeutel ebenso schonen wie die Umwelt - zumindest ein bisschen. Diese und viele weitere Themen finden Sie in der aktuellen c't.

(ndi)