Faltbare Smartphones und andere Innovationen

Von 5G und faltbaren Displays versprechen sich Hersteller steigende Verkaufszahlen, doch aus Nutzersicht werden die Foldables erst jetzt interessant.

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Von
  • Robin Brand
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Anno 2020 sind Smartphones eine ziemlich ausgereifte Gerätegattung, gewaltige Sprünge von Generation zu Generation nicht zu beobachten. In den kommenden Jahren könnte sich das ändern. Abseits künstlich verkürzter Lebenszeiten durch ausbleibende Updates schaffen Hersteller auch durch Innovation und Experimentierfreude neue Kaufanreize.

Da wäre zum einen der neue Funkstandard 5G: Noch sind die Vorteile gering, die man im neuen Netz hat – wenn es überhaupt zur Verfügung steht. Doch der Netzausbau schreitet voran und entsprechend optimistisch sind die Analysten. So prognostizierte Gartner – vor Beginn der Coronakrise – für 2021 einen Absatz von 489 Millionen 5G-Smartphones. Kein Wunder: Die Geräte werden günstiger und sind mittlerweile für weniger als 300 Euro zu haben. Das andere Ende der Fahnenstange bilden High-End-Smartphones (Test), die nicht selten die 1000-Euro-Marke knacken und standardmäßig mit 5G-Chips ausgerüstet sind.

Eine zweite Innovationswelle haben die Hersteller zwar schon Anfang 2019 losgetreten, sie bedient aber mit Einstiegspreisen jenseits der 1000 Euro noch eine Nische: Foldables, also Smartphones zum Zusammenfalten. War 2019 die Experimentierphase mit fragwürdig verarbeiteten Pionieren von Royole und Samsung, besserten die Hersteller 2020 nach. Erstmals wirken die Geräte alltagstauglich. Eine Revolution auf dem Smartphone-Markt bedeutet das nicht, denn die Bedienung bleibt weitgehend unverändert; eine spannende Alternative sind die neuen Bauformen aber allemal.

Zwei Konzepte haben sich bis dato etabliert. Huawei und Samsung kombinieren Faltscharnier und flexibles Display in zusammengeklappt noch einigermaßen handlichen, wenn auch ganz schön dicken Geräten, die auseinandergefaltet die Ausmaße kleiner Tablets erreichen: Mate Xs und Galaxy Z Fold2. Insgesamt macht die Bauform der Südkoreaner einen ausgereifteren Eindruck – wenngleich das Huawei-Smartphone optisch spektakulärer daherkommt.

Das Display des Huawei Mate Xs liegt außen und umschließt das Gerät im gefalteten Zustand fast rundum. So ist es zusammengefaltet ähnlich groß wie ein normales Smartphone und genauso zu bedienen. Allerdings trifft das hochempfindliche Display in der Hosentasche komplett ungeschützt auf Schlüssel und Münzen, und ein einziger Sturz könnte das Ende des 2500 Euro teuren Geräts bedeuten.

Einmal zusammenfalten bitte: Das Motorola razr 5G (links) lässt sich besonders platzsparend verstauen, das LG Velvet (rechts) mit Display in der Hülle ist recht klobig. Dazwischen liegen die Foldables Samsung Galaxy Z Fold2 und Huawei Mate Xs.

Samsung umgeht dieses Problem, indem es das faltbare Display des Fold nach innen verlegt. Ist das Smartphone zusammengeklappt, bedient man es über ein kleineres Außendisplay. Mit der zweiten Generation des Fold ist dieses deutlich gewachsen – und hat das Gerät somit wesentlich verbessert, da es nun auch geschlossen bedienbar ist.

Die besser verarbeitete zweite Generation des Fold illustriert die Krux junger Gerätegattungen: Die Sprünge zwischen den einzelnen Jahrgängen können anfangs recht groß sein. Es ist schwer abzuschätzen, wann der richtige Zeitpunkt für den Kauf gekommen ist. Besitzer eines Fold der ersten Generation dürften schon jetzt neidvolle Blicke auf das Fold2 werfen.

Allein durch die schieren Ausmaße der Displays um 8 Zoll haben beide Geräte im Test gezeigt, dass Foldables dieser Machart für Multitasking prädestiniert sind, für den Produktiveinsatz taugen sie eher als herkömmliche Smartphones. Für Filme indes ist das fast quadratische Format nicht ganz ideal. Sehr gut ist mittlerweile Android auf die Faltbaren eingestellt, seit Version 10 werden sie nativ unterstützt.

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