Fledermaus-Scanner mit MEMS-Mikrofon bauen

Fledermäuse kommunizieren und orientieren sich außerhalb unseres Hörbereichs. Mit einem MEMS-Mikrofon kommt man den Nachtschwärmern aber schnell auf die Spur.

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Von
  • Ralf Stoffels
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Als ich an langen und warmen Sommerabenden auf der Terrasse saß, fiel mir auf, dass in der Dämmerung reger Fledermaus-Flugbetrieb in unserem Garten herrschte. Vermutlich ist das die beste Jagdzeit, um viele Insekten zu erwischen, von denen sich hiesige Fledermäuse ernähren. Da ich kein Biologe bin, musste ich mein lange verblasstes Schulwissen erst mal im Web auffrischen, um dort zu lernen, dass es mehr als etwa dreißig Fledermausarten in Mitteleuropa gibt, von denen viele leider vom Aussterben bedroht sind.

Die Arten lassen sich meist anhand ihrer Ultraschall-Rufe identifizieren. Hierbei unterscheiden sich die Frequenzen, aber auch die Hüllkurven der Rufe – also die Geschwindigkeit, in der der Ruf an- oder abklingt. Fledermäuse erzeugen die Ultraschallsignale zur Erkennung von Beute und Hindernissen und zur Kommunikation untereinander. Die Frequenzen für Kommunikation und Navigation unterscheiden sich dabei deutlich. Die Frequenz der Signale liegt artspezifisch zwischen 20kHz und mehr als 120kHz – dort hören wir Menschen nichts mehr.

Daher gibt es jede Menge käuflicher Geräte, darunter auch Bausätze, die die Laute in den menschlichen Hörbereich von 100Hz bis ca. 16kHz verschieben. Hierbei wird eine ähnliche Methode wie bei Radioempfängern verwendet: ein sogenannter Mixer. Multipliziert man ein Signal der Frequenz f1 mit einem sinusförmigen Signal einer Frequenz f2, so entstehen zwei Abbilder des Signals an den Frequenzpunkten f1-f2 und f2+f2. So kann man z.B. ein 48kHz-Signal durch Multiplikation mit einem 40kHz-Sinus nach 8kHz verschieben und dadurch hörbar machen. Natürlich verschiebt sich nicht nur der eine Frequenzpunkt sondern das ganze Spektrum des Signals. Man bekommt also einen echten Höreindruck.

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