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Fotografie mit "Anti-Scheimpflug": Unschärfe mit losgelösten Objektiven steuern

Für einen extremen Schärfeverlauf: Die Technik des Freelensing schafft besondere Bildlooks. So klappt es ohne großen Aufwand. Nachmachen auf eigene Gefahr.

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Scheimpflug hat um 1900 eine Einstellvorschrift für Kameras entwickelt, bei der ein Kippen des Objektivs (genauer: der Objektivebene gegenüber der Bildebene) eine Verlagerung der Schärfezone bewirkt. Mit dieser Scheimpflugschen Regel kann man den Zusammenhang zwischen Blende, Kippwinkel und Lage des entstehenden Schärfekeils berechnen.

Gedacht war diese Technik ursprünglich für durchgehend scharfe Bilder. Wir verwenden sie aber ganz anders und zwar für besonders ausgeprägte Unschärfeeffekte. Dafür kippt man einfach in die andere Richtung, also entgegen des Verlaufes des Motivs. In der Abbildung erkennen Sie oben die herkömmliche Anwendung und unten die Vorgehensweise und den Effekt beim sogenannten "Anti-Scheimpflug".

Das Scheimpflug-Prinzip kann man mit aufwendigen Balgenkonstruktionen, mit einer optischen Bank und mit Fach- oder Laufbodenkameras umsetzen. Alternativ kann man aber auch das Objektiv lose in der Hand im Bajonett halten. Wenn man so die Verkippung steuern möchte, ist es wichtig, möglichst nah an den Sensor ranzukommen – auf größerem Abstand gehalten sind nur noch Makrofotos möglich. Wir haben hierfür ein preiswertes Canon EF 50 mm f/1.8 II von allen unnötigen Anbauteilen befreit. Während bei klassischen russischen Objektiven wie dem Helios 44-2 die Demontage denkbar einfach ist, muss man beim Canon EF 50 mm ein paar Tricks kennen. Aber keine Sorge, denn andere haben diese Tricks schon für Sie herausgefunden. Geben Sie einfach bei Youtube ein: "disassemble canon ef 50", und schon liefert Ihnen das Netz mehrere Anleitungen dazu (für andere Objektive gelingt das genauso). Nach dem Hack kann das Objektiv nun richtig weit eintauchen und die möglichen Schwenkwinkel werden viel größer.

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