Fotografieren mit Spektiven

Viele Naturbeobachter fotografieren lieber mit Spektiven als mit schweren Teleobjektiven. Spektive sind besonders robust und trotz extremer Brennweiten noch vergleichsweise kompakt – und es gibt sie in allen Preisbereichen. Fotografen müssen allerdings grundlegend umdenken. Wie zeigen Ihnen wie Kamera und Spektiv zusammenkommen und warum das Smartphone eine gute Alternative ist.

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Spektive sind Fernrohre, die hauptsächlich zur Naturbeobachtung und für die Astronomie eingesetzt werden. Im Gegensatz zum klassischen Fernglas, welches binokular ausgelegt ist, sind Spektive monokular aufgebaut. Das Spektiv hat also, ähnlich einem Teleobjektiv, nur einen Strahlengang. An Spektive lassen sich mit wenig Aufwand Digitalkameras anschließen, das bezeichnet man als Digiskopie (englisch: Digiscoping). Sie ist ein klassisches Zweitnutzungsszenario. Kaum jemand kauft sich ein Spektiv nur zum Fotografieren. Wer mit einem Spektiv unterwegs ist, schätzt aber die Möglichkeit, neben der visuellen Beobachtung das Gesehene auch fotografisch zu dokumentieren.

Spektive sind zwar eher lichtschwach, dafür können sie trotz ihrer vergleichsweise kompakten Bauform mit effektiven Brennweiten im Ultratelebereich (>1000 Millimeter) aufwarten. Spektive haben zudem robuste, starre und wetterfeste Gehäuse, was sie für den Outdooreinsatz prädestiniert. Teleobjektive sind vergleichsweise weniger robust aufgebaut. Hinsichtlich der Detailauflösung ist die hochwertige Fototechnik der Digiskopie zwar überlegen, der Vorteil ist aber eher theoretischer Natur. Ein Fotograf, der ein bezahlbares Objektiv mit ultralanger Brennweite sucht, wird in den Objektivsortimenten der Kamerahersteller in der Regel nicht fündig. Bei den Spektiven gibt es hingegen eine reichhaltige Auswahl in allen Preisbereichen.

Spektive bestehen aus einem Korpus mit Stativgewinde und Streulichtblende. Im Spektivkorpus ist die Optik eingebaut, welche im Wesentlichen ein Objektiv und ein Umkehrprisma enthält. Das Umkehrprisma dreht das von der Optik kopfüber und spiegelverkehrt ausgegebene Bild in die zum Betrachten geeignete natürliche Ausrichtung. Die Optik hat verschiebbare optische Elemente, mit denen man das Spektiv manuell fokussieren kann. Moderne Spektive haben leichtgängige Scharfstellmechanismen. Ihre Fokussierung – die im Übrigen als Innenfokussierung realisiert ist – kann man einhändig bedienen. Wer das Stativ schwenkt oder den Blick im Bildfeld wandern lässt, kann also sehr komfortabel die Schärfe nachziehen. Viele Spektive sind mit Dual-Speed-Fokussierern ausgestattet. Es gibt dann separate Grob- und Feintriebe zum Scharfstellen.

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