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Fotografischer Minimalismus: Mit Reduktion zu besseren Bildern

Gerade in der Fotografie ist weniger oft mehr. Wir zeigen, wie man beim Fotografieren mit nur wenigen Elementen eine große Bildwirkung erzielt.

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Auf den meisten Bildern ist zu viel drauf. Dieser Satz trifft heute noch genauso zu wie zu Lebzeiten des Fotografen Andreas Feininger (1906–1999), der ihn geprägt hat. Fotos profitieren von einer klaren Hierarchie der Elemente mit einem Hauptmotiv und wenig bis gar keinem unerwünschten Beiwerk.

Wer diese Reduktion zuspitzt, bewegt sich hin zum Minimalismus, zu Bildern, die mit einer möglichst geringen Zahl an gestalterischen Elementen auskommen. Angesichts der visuellen Überfrachtung unseres Alltags ist Minimalismus ein spannender fotografischer Ansatz, der obendrein zu besseren Bildern verhilft. Er fordert eine aktive Auseinandersetzung mit Wahrnehmung und Bildgestaltung. Faustregel und Anspruch: Auf minimalistischen Fotos sollte nur das zu sehen sein, was unbedingt nötig ist. Das erhöht die Bildwirkung.

Kaiman im Abendlicht, Venezuela

1. Hauptmotiv identifizieren: Im ersten Schritt auf dem Weg zu einem reduzierten, klar strukturierten Bild entscheiden Sie sich für ein Hauptmotiv. Das ist nicht immer so einfach, wie es klingt. Aber mit folgenden Fragen können Sie die Lösung spielerisch einkreisen: Was fasziniert mich an einem Motiv, an einer Szene? Was genau hat mein Interesse geweckt – eine Farbe, eine Form oder ein Kontrastpaar (hell / dunkel, klein / groß, glatt / rau, dynamisch / statisch)? Wie kann ich dieses Element am besten darstellen? Mit zunehmender Erfahrung laufen diese Prozesse unbewusst ab. Man reagiert instinktiv auf visuelle Reize und bekommt ein Gespür dafür, das Hauptmotiv zu identifizieren und fotografisch in Szene zu setzen. Probieren geht über Studieren. Oder anders gesagt: Übung macht den Minimalisten.

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