Fotos präsentieren: Audiovisuelle Shows gestalten

Geschichten erzählen: Als audiovisuelle Show werden Ihre Bilder für Zuschauer greif- und erlebbar. So stellen Sie Ihre Fotos dafür zusammen.

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Das Erlebniskino in der Stiegl Brauwelt in Salzburg verzaubert nicht nur mit einer 270-Grad Projektion. Auch der Fußboden wird bespielt. Dadurch sind die Zuschauer mittendrin in der Projektion.

(Bild: Standbild/Stiegl)

Von
  • Klaus Linscheid
Inhaltsverzeichnis

Das Geschichtenerzählen ist so alt wie das Lagerfeuer und so jung wie ein Tweet. – Mit diesen Worten bringt der britische Unternehmer Richard Branson auf den Punkt, dass Menschen schon immer durch bildliches Erzählen gelernt und erlebt haben. Je mehr Sinne der Erzähler beim Publikum anspricht, desto größeren Eindruck hinterlässt er. Ein einzelnes Bild sendet vielleicht positive Impulse an den Sehsinn, eine audiovisuelle Präsentation berührt viel mehr als das. Eine packende Erzählung, atmosphärische Hintergrundgeräusche und verschiedene Eindrücke vom Ort des Geschehens, ziehen die Zuschauer in eine Geschichte hinein. Je gelungener man alle Bestandteile miteinander vermischt, desto stärker der Effekt. Sicher kennen Sie große multimediale Shows bekannter Fotografen von Fotomessen. In diesem Artikel zeige ich Ihnen, wie Sie Ihre eigene Audiovision (AV) planen und welche Zutaten Sie benötigen. Ich arbeite für meine Audiovisionen mit der Software Wings 7, einer "eierlegenden Wollmilchsau" in diesem Bereich.

Fotos präsentieren

Auf einen guten Fine-Art-Druck müssen Sie nicht verzichten, nur weil Sie keinen eigenen Fotodrucker besitzen. Viele Dienstleister bieten dies im Web oder auch im Druckshop für Fotografen an. Doch auch, wenn Sie nicht selbst drucken, ist ein kalibrierter Workflow wichtig. Wer diesen nicht bieten kann, findet entsprechende Serviceangebote.

Audiovision und Film unterscheiden sich durch die bewusste Verwendung von Standbildern. In Videos verwenden Producer zwar in Einzelfällen auch Fotos, meist allerdings nur dann, wenn kein Videomaterial vorhanden ist, beispielsweise für historische Dokumente. In einer AV bilden Fotos hingegen in der Regel den Grundstock einer Produktion. Deren Vorteil liegt darin, dass man ein stehendes Bild länger betrachten kann. Es ist nicht flüchtig, sondern friert einen Moment ein und erlaubt der menschlichen Fantasie einen breiten Spielraum. Fotografieren ist zudem einfacher als Filmen, denn es erfordert weniger Aufwand. Ein Filmer braucht immer auch einen guten Ton zum Bild und im Idealfall einen Assistenten.

Im Film sehen wir stehende Bilder oder Collagen meist nur, wenn es sich um historische Dokumente handelt. In der Audiovision ist es ein Stilmittel. Hier: Bild der Stadtgründung von Leipzig, Zeichnung des historischen Stadtkerns, Kaiser Maximilian I. und die Urkunde mit der er 1497 Leipzig weitreichende Messeprivilegien verlieh.

Ein weiterer Unterschied zum Video ist das Wiedergabe-Format. Zwar werden die meisten Audiovisionen auch im 16:9-Format produziert, doch 4:3 oder 3:2 sind als typische Fotoformate keine Seltenheit. Für Sonderzwecke kann jedes beliebige Format erzeugt werden. Ein Hingucker ist zum Beispiel ein dreifaches 16:9 Panoramaformat (etwa 5:1, Seite 95), das auf drei nebeneinanderstehenden Bildschirmen wiedergegeben wird. Auf diese Art können sowohl Panoramabilder gezeigt, als auch jeder Bildschirm mit einem eigenen Bildfeld bespielt werden. Der Screen, also die Leinwand, auf der die AV schließlich zu sehen ist, kann also jedes denkbare Format annehmen.

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