Glasfaser: Die richtigen Stecker und Kabel selbst verlegen

Wenn Sie eine Glasfaser-Verbindung planen, brauchen Sie neben Transceivern auch Kabel und Steckverbinder. So finden Sie die richtigen Komponenten.

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(Bild: Thomas Kuhlenbeck)

Von
  • Jan Mahn
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Der dünnste Teil eines LWL-Kabels ist der Lichtwellenleiter selbst. In der Mitte befindet sich der Kern, darum der Mantel – letzterer hat einen Außendurchmesser von nur 125 Mikrometer (µm). Alles drum herum gehört nicht mehr zum Lichtwellenleiter selbst und dient nur dem Schutz vor äußeren Einflüssen. Die erste Entscheidung beim Kabelkauf hängt vom geplanten Übertragungsverfahren ab: Sollen die Transceiver im Singlemode- oder Multimode-Verfahren arbeiten?

Die Fasern für Multimode-Übertragung tragen die Bezeichnung OM im Namen, Singlemode-Fasern OS. In der Multimode-Welt wurden regelmäßig neue Standards erfunden und nachgebessert: Ganz alte Kabel nach OM1 (eingeführt 1989) haben noch einen Kerndurchmesser von 62,5 Mikrometer und einen Mantel von 125 Mikrometer. Aufgedruckt ist das oft als "62.5/125".

Wer solche Leitungen noch verlegt hat und einen stabilen Gigabit-Link hat, braucht nichts zu unternehmen. Die Wahrscheinlichkeit, eine OM1-Faser mit SFP+-Modulen auf 10 GBit/s umrüsten zu können, ist aber gering – nach 33 Metern ist laut Datenblatt Schluss. Seit OM2 (eingeführt 1998) ist das Verhältnis von Kern zu Mantel 50 Mikrometer zu 125 Mikrometer. 10 GBit/s auf mehr als 80 Metern sind darüber nicht vorgesehen. 2002 kam OM3 als Nachfolger auf den Markt, 2009 bereits OM4. An den Durchmessern hat sich nichts mehr geändert, die Fasern wurden aber für die Laser optimiert, die in neuen Transceivern eingesetzt werden. OM4 ist noch immer die am weitesten verbreitete Faser. Auch 40 GBit/s und 100 GBit/s kann man darüber noch übertragen. OM5 kam 2014 auf den Markt und ist optimiert für das Wellenmultiplexverfahren SWDM, bei dem mehrere Wellenlängen gleichzeitig eingesetzt werden, um mehrere Verbindungen parallel über eine Faser schicken zu können – im Admin-Alltag ist diese Technik aber eher uninteressant und OM5 daher bisher nur in wenigen Rechenzentren im Einsatz. Wer neue Leitungen verlegen und Multimode-Fasern nutzen will, greift meistens zu OM4.

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