Herbstfotografie: Starke Fotos bei besonderen Wetterstimmungen erschaffen

Mit dem Herbst beginnt für Fotografen eine farbenprächtige Jahreszeit. Mit wenigen Hilfsmitteln erschaffen Sie besonders stimmungsvolle Bilder bei jedem Wetter.

Lesezeit: 12 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen

Canon EOS 5DS R | 25 mm | ISO 100 | f/22 | 15 s | Nisi Polfilter + Nisi ND8

(Bild: Radomir Jakubowski)

Von
  • Radomir Jakubowski
Inhaltsverzeichnis

Während sich der Altweibersommer verabschiedet, kündigt sich schon bald wechselhaftes Wetter mit Regen und Wind sowie deutlich niedrigeren Temperaturen an. Unter den tiefhängenden Wolken oder mitten im Nebel fehlt es nun an Sonnenlicht, weshalb Farben und Konturen verblassen. Für uns Fotografen wird es jetzt allerdings erst richtig interessant. Denn in dieser trüben Stimmung schlummern Motive, die entdeckt werden wollen. Wer einfach nur auf den Auslöser drückt, wird enttäuscht sein: Schwermütig, grau in grau sorgen diese Aufnahmen für schlechte Laune. Jedoch mit den richtigen Einstellungen, ein paar Tricks sowie passender Technik und Ausrüstung gelingen ausdrucksstarke Fotos mit intensiven Farben, ungewöhnlichen Stimmungen und einzigartigen Details.

Schlechtwetterfotos wirken düster und hinterlassen den Eindruck, der schwere Himmel erdrückt das Motiv. Doch schaut man sich beispielsweise eine aufgeplatzte Kastanie genauer an, sieht man eine Vielfalt an Farbnuancen sowie detaillierte Oberflächenstrukturen. Das liegt an dem gestreuten Licht, das alle Seiten der Kastanie gleichmäßig ausleuchtet. Bei kräftigem Sonnenschein hingegen verschwinden ganze Bereiche in dunklen Schatten sowie auf überblendeten Flächen, auf denen das Licht reflektiert wird. Kameras tun sich schwer mit diesem großen Dynamikumfang. Das Ergebnis ist ernüchternd: Die Kontraste sind hart und die Farben wenig differenziert.

Wenn es regnet, leuchten die Grüntöne der Moose und Flechten besonders intensiv.
Canon EOS 5DS R | 24 mm | ISO 100 | f/16 | 6 s | Nisi Polfilter + Nisi ND8

(Bild: Radomir Jakubowski)

Dagegen sind Herbstmotive, bei diffusem Licht fotografiert, wahre Rohdiamanten. In ihnen stecken wertvolle Farbinformationen, die mit den richtigen Kameraeinstellungen das Motiv zum Leuchten bringen. Dafür benötigt man zunächst viel Licht – also muss die Belichtungszeit verlängert und die Blende weit geschlossen werden (f/11 – f/16). An trüben Tagen verwende ich gewöhnlich keinen Graufilter (ND-Filter), dieser würde das Bild abdunkeln. Bei längeren Belichtungszeiten empfehle ich sie dennoch zu nutzen, um eine Überbelichtung zu kompensieren. Der Himmel verliert seinen düsteren Eindruck, der graue Schleier verschwindet. Da die Kameraautomatik gerne den ISO-Wert hochschraubt und somit das Bildrauschen verstärkt, wählen Sie einen niedrigen ISO-Wert (ISO 64/100). Das erhöht die Bildqualität.

Immer mehr Wissen. Das digitale Abo für IT und Technik.

  • Zugriff auf alle Inhalte von heise+
  • exklusive Tests, Ratgeber & Hintergründe: unabhängig, kritisch fundiert
  • c't, iX, Technology Review, Mac & i, Make, c't Fotografie direkt im Browser lesen
  • einmal anmelden – auf allen Geräten lesen - monatlich kündbar
  • erster Monat gratis, danach monatlich 9,95 €
  • Wöchentlicher Newsletter mit persönlichen Leseempfehlungen des Chefredakteurs
GRATIS-Monat beginnen Jetzt GRATIS-Monat beginnen Mehr Informationen zu heise+