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Alte Objektive an modernen Kameras einsetzen: Das müssen Sie beachten

Besondere Looks entschleunigt fotografieren: Alte Linsen an aktuellen Digitalkameras zu nutzen, ist reizvoll. Mängel bei der Bildqualität beheben Sie mühelos.

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Bevor das alte Fremdobjektiv seinen Platz an der digitalen Kamera einnehmen kann, benötigt man einen Adapter. Dieser Adapter erfüllt zwei Funktionen: Er muss das Objektivbajonett mit dem Kameragehäuse verbinden und die Differenz des Auflagemaßes anpassen. Das Auflagemaß bezeichnet den Abstand vom Sensor zur Auflagefläche des Bajonettanschlusses im Kameragehäuse. Es ist nicht genormt und variiert je nach Kamerahersteller und -system. Damit die Objektive bis unendlich fokussieren, muss das Auflagemaß der eingesetzten Kamera mindestens gleich lang oder kürzer sein als das des ursprünglichen Bajonettsystems.

Der Abstand zwischen der Sensorebene und der Objektivauflagefläche ist nicht genormt und je nach Kameratyp unterschiedlich groß.
Auflagemaße im Vergleich
Kamerasystem Auflagemaß in mm
Canon EF- und EF-S 44
Canon EF-M 18
Canon FD und FL 42
Exakta-Bajonett 44,7
Fujifilm X 17,7
Leica T 19
Leica R 47
M42 Schraubgewinde 45,46
Micro Four Thirds 19,25
Minolta / Sony Alpha A 44,5
Minolta SR 43,5
Nikon CX 17
Nikon F 46,5
Olympus E 38,85
Olympus OM 46
Pentax K 45,46
Praktica B 44,4
Samsung NX 25,5
Sigma SA 44
Sony E 18

Da die meisten Adapter keinerlei Signale zwischen Kamera und Objektiv übertragen, erfolgt das Fotografieren durch den optischen Sucher einer Spiegelreflexkamera mit manuellem Fokus und bei offener Blende. Der Grund: Wenn das Objektiv auf die Arbeitsblende abgeblendet ist, wird auch das Sucherbild entsprechend dunkler. Abhilfe schafft der elektronische Sucher spiegelloser Systemkameras oder der Liveview-Modus moderner DSLRs. Dank des digitalen Signals kann der Nutzer die Helligkeit des Bildes unabhängig von der Arbeitsblende einstellen. Vorteilhaft für das genaue Fokussieren ist ein langer Einstellweg des Objektivs von unendlich zur Naheinstellgrenze, Kameras mit Fokus-Peaking zeigen zudem die aktuelle Schärfeebene schraffiert an und erleichtern so das Scharfstellen zusätzlich. Dieses auf den ersten Blick umständliche Vorgehen belohnt nicht nur mit einer entschleunigten Vorgehensweise beim Fotografieren, die mehr Zeit für die bewusstere Gestaltung lässt. Das haptische Erlebnis – etwa beim Drehen am Entfernungsring – fügt der Entstehung eines digitalen Fotos auch eine handwerkliche Komponente hinzu.

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