In sicherer Höhe: Wagenheber im Test

Elf Wagenheber für unterschiedliche Anwendungen zeigen, dass es sich lohnt, beim Kauf genau hinzusehen. Ein hoher Preis ist dabei kein Indikator für Qualität.

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Ein ordentlicher Wagenheber leistet viele Jahre gute und sichere Dienste - und ermöglicht beispielsweise den saisonalen Radwechsel in Eigenregie.

(Bild: Martin Franz)

Von
  • Martin Franz

Hydraulische Wagenheber können gute Dienste leisten, beispielsweise beim Wechsel der passenden Saisonreifen. Wer das regelmäßig in Eigenregie erledigt, setzt besser nicht auf die ab Werk mitgelieferten Heber. Sie mögen für den Notfall reichen, für den regelmäßigen Einsatz sollte man in vernünftiges Werkzeug investieren. Die Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger e. V. (KÜS) hat elf Wagenheber unterschiedlicher Preisklasse untersucht. Die Bereitschaft, viel Geld auszugeben, führt dabei nicht zum Ziel.

Zunächst lohnt es sich, eine Grundsatzentscheidung zu treffen: Acht der elf Kandidaten wiegen zum Teil deutlich mehr als 25 kg. Wer das mindestens zweimal im Jahr aus dem Keller – und wieder zurück – wuchten will, sollte schon eine gewisse Fitness mitbringen. Für Monteure, bei denen der Wagenheber ohnehin in der ebenerdigen Garage wohnt, spielt das eine geringere Rolle.

In dem Moment, in dem ein Wagenheber seine Maximallast von zum Beispiel 2,5 Tonnen erreicht, sollte das Sicherheitsventil öffnen und weiteres Anheben verhindern. Mit einem zwischen der Hydraulikpresse und dem Hebearm eingeklemmten Druckkraftmessgerät wurden die Kräfte ermittelt. Bei sieben von elf Wagenhebern in diesem Test löst das Sicherheitsventil viel zu spät aus, beim AWZ sogar um über 700 kg.

Da sich der Wagenheber von AWZ beim Erreichen der Ziellast von 2,5 Tonnen schon um 7 mm verformt – übrigens als einziger im Test – stellt sich die Frage, wie er im Gesamturteil noch ein „bedingt empfehlenswert“ bekommen konnte. Unser Rat lautet: Finger weg, zumal er mit 119 Euro noch nicht einmal zu den Preisbrechern gehört.

Interessant sind auch die gravierenden Unterschiede des möglichen Hubs. Der Spitzenreiter in diesem Punkt kommt von Güde bietet zwischen 80 und 515 mm, nur der Testsieger von Kunzer reicht bis 75 mm noch etwas weiter hinab. Zum Vergleich: Der Wagenheber von Dunlop bietet 135 bis 305 mm deutlich weniger.

Die Ergebnisse im Überblick

(Bild: obs/KÜS-Bundesgeschäftsstelle)

Deutliche Unterschiede im Testfeld finden sich auch bei der Ausstattung. Ob man nun alle Schmankerl gleich relevant einstuft, ist sicher eine Ansichtssache. Meine Erfahrung: Die „Fußschnellhub“-Funktion ist schon ziemlich praktisch. Auch eine Ablage für Kleinmaterial ist eine feine Sache.

Subjektiv haben die Tester unter anderem die Dosierbarkeit beim Ablassen bewertet. Viele Kandidaten bekommen hier die volle Punktzahl von 20, die Schlusslichter nur acht. Auch bei der Material- und Verarbeitungsqualität gab es unter den Kandidaten offenbar ein weites Feld: Zwischen drei und den maximal erreichbaren zehn Punkten war alles dabei.

Ein solcher Bock zur Sicherung kostet nicht viel und sollte gerade bei längeren Arbeiten am Auto Pflicht sein - im ureigensten Interesse.

Der Testsieger von Kunzer erreicht 159 von 185 möglichen Punkten und liegt damit weit vor den nachfolgenden Kandidaten. Für alle gleichermaßen gilt die dringende Empfehlung, sie nur zum Anheben zu verwenden. Das Auto sollte anschließend unbedingt auf Abstellböcken gesichert werden. Das gilt erst recht, wenn es um eine Tätigkeit wie den Wechsel vom Bremsbelägen geht, die eine gewisse Zeit erfordern.

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(mfz)