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Kaufberatung: Objektive

Objektive für Crop-Kameras

Inhaltsverzeichnis

Zu Analogzeiten mussten sich die Fotografen die Frage nach dem Crop-Faktor nicht stellen – da gab es nahezu nur Spiegelreflexkameras (SLR) für Kleinbildfilme. In der Digitalfotografie sieht das ganz anders aus. Da gibt es mehrere Sensorformate. Und die Größe des Sensors beeinflusst maßgeblich auch die Objektivauswahl.

Als Beispiel nehmen wir einmal die Standardbrennweite – also die Brennweite, bei der die Kamera etwa den Blickbereich aufnimmt, der unserem natürlichen Sehempfinden entspricht. Bei Kameras mit Sensoren im Kleinbildformat (also 36 mm × 24 mm) beträgt die Standardbrennweite wie zu Analogzeiten etwa 50 Millimeter.

Vier Systemkameras – vier unterschiedliche Sensorgrößen: (von links) Pentax Q mit 1/2,33"-Sensor, der CX-Sensor der Nikon 1, ein Micro-Four-Thirds-Sensor (Olympus, Panasonic) ein typischer APS-C-Sensor, Vollformat- oder Kleinbildsensor (ganz rechts).

Sensoren im Kleinbildformat findet man vorrangig bei Kameras für ambitionierte oder professionelle Ansprüche. Bei digitalen Spiegelreflexkameras (DSLR) dominieren immer noch kleinere Bildsensoren im APS-C- oder DX-Format mit einer Größe von etwa 22,5 mm × 15 mm (Canon) oder 23,7 mm × 15,6 mm (Nikon). Gegenüber dem klassischen Kleinbildformat ergibt sich ein Formfaktor (Crop-Faktor) von 1,6 beziehungsweise 1,5. Das bedeutet, dass sich ein für das Kleinbildformat gerechnetes 50-mm-Objektiv an einer Crop-Kamera mit Faktor 1,6 wie eine 80-mm-Brennweite verhält. Die Crop-Kamera nutzt somit nur einen Ausschnitt des zur Verfügung stehenden Bildkreises. Hersteller wie Canon, Fujifilm oder Sony bieten zudem spiegellose systemkameras mit Sensoren im APS-C-Format an.

Spiegellose Systemkameras von Olympus und Panasonic besitzen einen Sensor im Micro-Four-Thirds-Format. Dieser ist wiederum etwas kleiner als APS-C (17,3 mm × 13,0 mm) und bietet obendrein noch ein kompaktkameratypisches Seitenverhältnis von 4:3 (statt 3:2 bei Kleinbild oder APS-C). Der Crop-Faktor beträgt hier 2,0; an einer Micro-Four-Thirds-Kamera (MFT) verdoppelt sich also die Brennweite: aus 50 Millimetern werden hier 100 Millimeter. Die MFT-Normalbrennweite liegt also bei 25 Millimetern.

Nikon bietet spiegellose Systemkameras (Nikon 1) mit Sensoren im CX-Format mit einem Crop-Faktor von 2,7 an. Das inzwischen nicht mehr gepflegte Pentax-Q-System arbeitet mit einem 1/2,3-Zoll-Sensor, hier erhöht sich der Cropfaktor auf 5,5. Um also herauszufinden, welche Brennweite oder welchen Brennweitenbereich man benötigt, muss man unbedingt den Crop-Faktor seiner Kamera kennen. Die Objektive selbst sind in der Regel mit ihrer Kleinbild-äquivalenten Brennweite gekennzeichnet. Eine Ausnahme bilden hier Olympus und Panasonic mit ihren Micro-Four-Thirds-Systemen (MFT). Sie kennzeichnen ihre MFT-Optiken mit den "echten" Brennweiten. Ein MFT-Objektiv mit 25 mm Brennweite beitet somit den gleichen Öffnungswinkel wie ein 50-mm-Objektiv an einer DSLR mit Sensor im Kleinbildformat.